Kreispolizeibehörde hat die Kriminaldelikte des Jahres 2016 ausgewertet. Die Einbruchszahlen sind nicht weiter gestiegen.

Wuppertal. Über eine Entwicklung zeigte sich Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher besonders erfreut: „Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet Wuppertal stagniert nahezu.“ 2015 waren es 1182 gewesen, 2016 stieg die Zahl auf 1217. Die Kreispolizeibehörde Wuppertal stellte am Montag ihre Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr vor.

Ein besonderer Anstieg der Wohnungseinbrüche war von 2014 auf 2015 zu vermerken, die Fallzahlen stiegen um 406 Einbrüche, ein Anstieg von über 50 Prozent. „Darauf haben wir reagiert“, sagt Ronald Bäumler, Leiter der Direktion Kriminalität. Regelmäßig würden groß angelegte Kontrollen im Straßenverkehr durchgeführt, die Beamten seien besonders sensibilisiert worden.

„Ob die stagnierende Zahl direkt an unseren Maßnahmen liegt, können und wollen wir nicht behaupten.“ In jedem Fall habe dazu beigetragen, dass Wohnungen besser gesichert und Nachbarn aufmerksamer sein würden. Bekanntermaßen kämen die Täter häufig, jedoch nicht immer, aus Südosteuropa.

Insgesamt ist die Zahl der Delikte in Wuppertal minimal gesunken, von 37 090 auf 37 036. Davon wurden 19 062 Fälle aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 51,5 Prozent entspricht. 2015 waren es fast 54 Prozent. Diese leichte Verkleinerung der Aufklärungsquote liege vor allen Dingen daran, dass die Zahl der Taschendiebstähle deutlich angestiegen ist, nämlich um 24 Prozent auf 2187 Fälle. Und gerade bei diesen Delikten sei es besonders schwer, Täter auszumachen. Oft merkten die Opfer erst an der Kasse, dass das Portemonnaie fehlt.

Taschendiebe sind Profis und reisen von einer Stadt zur nächsten

„Die Täter sind hochprofessionell. Wenn sie heute in Wuppertal auf Beutezug gehen, sind sie morgen schon wieder in Hamburg und übermorgen in Barcelona“, so Bäumler. Flüchtlinge seien, das sagte Bäumler ausdrücklich, nicht häufiger als deutsche Staatsbürger unter den Tätern. Auf Landesebene ist die Zahl der Taschendiebstähle zurückgegangen, vermutlich wegen der groß angelegten Offensiven in Köln oder Düsseldorf. „Deshalb meiden die Taschendiebe diese Städte und kommen vermehrt nach Wuppertal.“

Alle 24 Stunden kam es in Wuppertal zu einem Raub, alle sieben Stunden wurde in eine Wohnung eingebrochen, alle vier Stunden wurde ein Taschendiebstahl begangen.

2016 ermittelte die Kreisbehörde 20 007 Tatverdächtige, 15 104 Männer und 4903 Frauen. 7390 Tatverdächtige hatten keinen deutschen Pass.

Ebenfalls stark angestiegen ist die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen auf der Straße: um fast 23 Prozent auf 489 Fälle. Das sind 91 mehr als im Vorjahr. Das sei generell ein jugendtypischer Delikt, Begründungen für den Anstieg gebe es noch nicht.

Tatsächlich nähere sich Wuppertal, was die Kriminalität angeht, immer mehr an das Niveau der anderen Großstädte im Land an. Die Häufigkeitszahl (HZ) beschreibt die Anzahl der Delikte pro 100 000 Einwohner. Die Kreispolizeibehörde Wuppertal liegt mit einer HZ von 9001 über der des Landes, die durch die vielen ländlichen und weniger kriminellen Bereiche bei 8225 liegt.

Die Stadt Wuppertal alleine hat eine HZ von 10 580, Spitzenreiter ist Köln mit über 12 000. „Vor 15 Jahren lagen wir in Wuppertal noch auf eher ländlichem Niveau“, so Bäumler.

Es gibt aber auch zwei positive Entwicklungen: Die Rauschgiftkriminalität hat um 19 Prozent abgenommen, 2016 gab es noch 1396 Fälle. Auch die Zahl der Sexualstraftaten ist um fast 16 Prozent auf 191 Fälle zurückgegangen.

Verwunderlich wirkt auf den ersten Blick die Zunahme in der Kategorie Diebstahl von Mopeds und Krafträdern: 2015 gab es noch 106 Fälle, im vergangenen Jahr waren es glatte 200. „Das liegt daran, dass wir in Barmen eine Jugendgruppe geschnappt haben, die Mopeds in großem Stil geklaut hat“, sagt Bäumler. Die Ermittlungen in diesem Fall liefen aber noch.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer