Zum Auftakt des 24-Stunden-Protests war das Schauspielhaus proppenvoll. Es gab zahlreiche Zeichen der Solidarität.

Wuppertal. Hunderte Menschen sind zum Auftakt des 24-Stunden-Protests der Wuppertaler Bühnen ins Schauspielhaus gekommen. Um 22.15 Uhr war die Premiere des neuen Stücks "Fleisch ist mein Gemüse" zu Ende gegangen, ohne dass beim Schlussapplaus noch einmal auf das anschließende Programm hingewiesen worden war. Lediglich in einem eingeschobenen Satz in einer Fesselszene ("das Klebeband war sehr, sehr teuer und wir müssen sparen. Deswegen tun wir nur so als ob") erlaubte sich das Ensemble einen versteckten Hinweis. Schon eine Dreiviertelstunde später saßen die Zuschauer in Reihen auf dem Boden, den Treppen, standen auf Absätzen und am Bühnenrand. Schauspiel-Intendant Christian von Treskow begrüßte die vielen Gäste mit den Worten: "Es ist eine tolle Unterstützung für uns, dass so viele gekommen sind."

Unter den Gästen waren unter anderem Schauspieler Hans Richter, Plattkallerin Lore Duwe, Mark Tykwer, Kulturdezernent Matthias Nocke und Kulturjournalistin Anne Linsel. Ein Team der Börse sorgte für die Bewirtung. Rund um die Glasfronten zum Innenhof waren Stühle aufgestellt. Im Foyer hingen gesammelte Solidaritätsbekundungen von Kulturstätten aus ganz Deutschland. "Wir setzen hier ein ganz tolles Zeichen", sagte Bühnen-Sprecherin Yvonne Heiter und erzählte, dass ihr kurz zuvor der Vertreter eines Mönchengladbacher Theaters angeboten habe, eine Unterschriftenliste gegen die Wuppertaler Sparpläne in seiner Stadt auszulegen.

Die Gespräche kreisten immer wieder um die drohende Schauspielhaus-Schließung. Die Einen erinnerten an die Zeiten, als Wuppertals Kultur in voller Blüte stand und in ganz Deutschland einen besonderen Ruf genoss. Andere, jüngere Gäste lobten, dass sich die Bühnen durch den Protest Wuppertal öffnen, die Nähe zu den Bürgern suchen.

Das Programm geht die ganze Nacht durch und endet am Samstagabend mit einer Podiumsdiskussion. 

Das komplette Bühnenprogramm im Kleinen Schauspielhaus können Sie hier abrufen.

Hier geht es zum Außen-Programm mit Kundgebungen vor dem Schauspielhaus.

Hier gibt es nähere Infos zur Podiumsdiskussion.

 

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