Archäologen wollen Wassergraben per Bohrung nachweisen. Noch viel deutlichere Spuren von der alten Burg Elberfeld gibt es vielleicht an der Poststraße.

Das Gewölbe bei Abeler an der Poststraße ist möglicherweise ein gut erhaltenes Stück Elberfelder Geschichte.
Das Gewölbe bei Abeler an der Poststraße ist möglicherweise ein gut erhaltenes Stück Elberfelder Geschichte.

Das Gewölbe bei Abeler an der Poststraße ist möglicherweise ein gut erhaltenes Stück Elberfelder Geschichte.

Andreas Fischer

Das Gewölbe bei Abeler an der Poststraße ist möglicherweise ein gut erhaltenes Stück Elberfelder Geschichte.

Elberfeld. "Mein Vater hat mir schon von der alten Burg erzählt", sagt ein Passant um die Siebzig und schaut in den Graben. "Das muss man doch erhalten, in Köln klappt das doch auch", sagt seine Frau und lässt sich von Hartmann Linge erklären, was genau da eigentlich zu sehen ist. Linge untersucht als Archäologe die mutmaßlichen Mauerreste von Burg Elberfeld. Er ist sich sicher, dass es sich um das Fundament des Haupthauses handelt. Er sagt: "Ich habe selten so ein Interesse für die eigene Vergangenheit erlebt wie hier in Wuppertal." Jene Vergangenheit manifestiert sich in ein paar wenigen Steinen in einem Baugraben. Für das unbedarfte Auge nicht spektakulär. Doch für viele Elberfelder, die an diesem Tag das Gespräch mit den Archäologen suchen, ist die Burg ein wichtiges Symbol der frühen Stadtgeschichte.

"Man sollte nicht zu viel erwarten. Burg Elberfeld war nicht Schloss Burg mit Türmen und Fahnen. Dort saß kein Rittergeschlecht, sondern ein Amtsmann", sagt Uwe Eckardt, ehemaliger Leiter des Stadtarchivs. Die Burg, das sei mehr ein größeres Steinhaus mit Wassergraben gewesen, im Jahre 1366 erstmals erwähnt.

Genau jenen Wassergraben möchten die Archäologen nun per Bodenprobe nachweisen. Ist diese positiv, soll die Grabung vom Turmhof zur Schönen Gasse ausgedehnt werden. "Wir hoffen, auf den gegenüberliegenden Rand des Wassergrabens zu stoßen", so Linge. In einem letzten Bauabschnitt soll am Turmhof ein weiterer, zwei Meter breiter Graben ausgehoben werden, um weitere Erkenntnisse zum Grundriss zu erlangen. Linge hofft zudem auf Beifunde wie Münzen oder Keramik.

Eine weitere Spur gibt es möglicherweise ein paar Meter weiter bei Abelers an der Poststraße. Dort ist ein alter Gewölbekeller erhalten. 1536 brannten Burg und Freiheit nieder. Mutmaßlich wurden danach auf alten Gemäuern neue Häuser gebaut. "Die Familie hat das Grundstück 1840 gekauft und ging immer davon aus, dass das Gewölbe zur Burganlage gehörte", sagt Gudrun Abeler. Archäologe Linge hat eine Vermutung, welchem Teil der Anlage das Gewölbe zuzuordnen ist, möchte sich aber noch nicht festlegen.

Der Familie hat das alte Gewölbe Glück gebracht. Im Zweiten Weltkrieg  hatte sie sämtlichen Schmuck, den Kunden zur Reparatur abgegeben hatten, in dem Gewölbekeller verstaut. Eine sieben Zentner schwere Eisentür verriegelte es. Das Haus der Familie wurde im Krieg zerstört. Das verschlossene Gewölbe darunter aber, überstand den Krieg schadlos.

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