Die WZ sprach mit zwei Studenten der Physik an der Bergischen Uni Wuppertal.

Die Studenten Kathrin Becker und Lukas Niemietz experimentieren im Fachbereich Physik.
Die Studenten Kathrin Becker und Lukas Niemietz experimentieren im Fachbereich Physik.

Die Studenten Kathrin Becker und Lukas Niemietz experimentieren im Fachbereich Physik.

Andreas Fischer

Die Studenten Kathrin Becker und Lukas Niemietz experimentieren im Fachbereich Physik.

Wuppertal. Es gibt Studiengänge - gerade im Bereich der Naturwissenschaften - in denen der Frauenanteil sehr gering ist: Auch in der Wuppertaler Physik ist das so - "und das ist sehr schade", meint Kathrin Becker, die zusammen mit Lukas Niemietz im siebten Semester Physik auf Diplom studiert. Von ihrem Jahrgang ist Becker als einzige von anfangs noch fünf Studentinnen übrig geblieben - "für mich ist das kein Problem, aber schade ist das schon", sagt die 23-Jährige. Dabei sind Frauen im Fachbereich sehr gern gesehen: "wir freuen uns über jede Studentin", hebt ihr 25-Jähriger Kommilitone hervor.

Becker und Niemietz berichten mit Begeisterung von ihrem Studium. Dass der Funke zur Physik im wahrsten Sinne des Wortes übergesprungen ist, zeigt nicht nur das Foto. "Auch schon in den ersten Semestern kriegt man hier viel zu sehen", betonen beide. In Seminaren, aber auch in Versuchen und verschiedenen Praktika, welche die Studenten auch während der Ferien absolvieren, forschen sie unter anderem in den Bereichen Atmosphärenphysik, Teilchenphysik, theoretische und mathematische Physik.

Die Berufschancen sind hervorragend: "In der Industrie kommen die meisten unter und und zwar in den höheren Positionen - von der Entwicklung bis hin zum Management", sagt Becker, die im vergangenen Jahr ander Sommeruni im Schweizer Forschungszentrum Cern teilnahm.

"Wirklich schwer sind die Übungszettel, von denen wir im ersten Semester drei pro Woche abgegeben mussten", erinnert sich Niemietz. "Aber dafür sind wir hinterher richtig gut in Teamarbeit", betont er. Ohne Lernen in der Gruppe ginge es gar nicht.

"Die Betreuung hier ist klasse", sagt Becker, die sich auch andere Unis angeguckt hat, "die Türen stehen uns überall offen und auch einen Job als studentische Hilfskraft bekommt man in der Physik schnell." Denn der Studiengang ist überschaubar. "Für diesen kleinen Fachbereich wird uns richtig viel angeboten", sagt die Studentin.

Von 340 Physik-Studenten studieren 45 auf Bachelor, 50 den "wissenschaftlichen" Bachelor (of applied science) und 15 den Kombi-Bachelor. Im Wintersemester 08/09 gab es keine Zulassungbeschränkung (NC).

Für beide steht fest: Nicht nur die Physik sollte einem liegen, sondern auch Mathe müsse Spaß machen, dann ginge es auch ohne Leistungskursvorkenntnisse in der Physik. Den sogenannten Mathevorkurs für Erstsemester empfehlen beide, denn "Mathe ist am Anfang schon eine Hürde". Doch, dass es sich lohnt dabei zu bleiben, merkt man den beiden Siebtsemestern an. "Es ist klasse, zu verstehen, wie ein Regenbogen nun genau entsteht oder wie man die Bewegung eines Kreisels errechnet", sagt Niemietz.

Die meisten Physikstudenten promovieren nach dem Abschluss noch. Eine Forscherkarriere sei allerdings gerade für Frauen nicht nur wegen der hohen Konkurrenz schwierig: Absolventinnen müssten sich meistens zwischen Kindern und einer wissenschaftlichen Karriere entscheiden. "Es gehen fast alle hinterher in die Industrie", erklärt Becker. So gibt es nicht nur wenige Physikstudentinnen in Wuppertal, sondern auch keine Professorin. Dass sich beides dringend ändern muss, darin sind sich Becker und Niemietz einig.

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