Mehr Busse, mehr Schilder, mehr Personal: Am WZ-Mobil kritisieren Fahrgäste die Organisation der Bahn.

Warten am Schienenersatzverkehr: Noch bis zum 24. April ist Wuppertal vom Bahnverkehr abgeschnitten.
Warten am Schienenersatzverkehr: Noch bis zum 24. April ist Wuppertal vom Bahnverkehr abgeschnitten.

Warten am Schienenersatzverkehr: Noch bis zum 24. April ist Wuppertal vom Bahnverkehr abgeschnitten.

Andreas Fischer

Warten am Schienenersatzverkehr: Noch bis zum 24. April ist Wuppertal vom Bahnverkehr abgeschnitten.

Wuppertal. Etwas verloren kommt Christine Neumann aus dem Bahnhofsgebäude in Oberbarmen. „Entschuldung, wissen Sie, wo es zum Schienenersatzverkehr geht?“, fragt die Reisende. Da ist sie am WZ-Mobil zur Bahnsperrung ja genau richtig. Noch immer herrscht während der großen Bauphase Verwirrung beim Umstieg von Gleis auf Bus. Neumann probiert’s gerade das erste Mal und ist verärgert: „Hier sollen doch Bahnmitarbeiter stehen. Wo haben die sich denn versteckt?“

Monika Faupel kritisiert ebenso die Organisation: „Der Schienenersatzverkehr läuft zwar planmäßig, aber dennoch könnte die Taktung bei den Bussen kürzer sein. Die Ausschilderung sollte auf jeden Fall in den Sommerferien verbessert werden.“

Auch Dorothea Fischer findet die Ausschilderung zu den Ersatzbussen unzureichend. Zudem hat sie indirekt schlechte Erfahrungen gemacht: „Ein 93-jähriger Mann musste von Wuppertal nach Düsseldorf fahren, um von dort weiter nach Schwerin zu kommen. Angestellte der Bahn sagten ihm, er habe eine Umsteigehilfe, die es beim Schienenersatzverkehr natürlich nicht gab.“ Am Ende musste er mit dem Auto abgeholt werden.

Matthias Auffarth benötigte drei Stunden von Wuppertal nach Mülheim: „Und auch die Fahrten nach Düsseldorf dauern verhältnismäßig länger, so dass sich einige Termine dort gar nicht lohnen. Im Schienenersatzverkehr war es proppenvoll.“ Er findet: „Es sollten viel mehr Busse zur Verfügung stehen und Fahrer geschult werden, damit sie den Weg kennen.“

Lange hat das Ersatzverkehr-Spielchen Ulrike Löhers nicht mitgemacht: „Ich bin direkt geflüchtet und fahre jetzt lieber Schwebebahn.“ Sie schaut sich um: „Ich glaube, mittlerweile hat sich das aber besser eingespielt.“

Tobias Lampe sieht das ähnlich: „Es klappt ganz gut, auch der Schienenersatzverkehr war am Wochenende pünktlich.“ Jedoch: Mit der S 7 habe er einen größeren Umweg, und dass der Bahnhof Vohwinkel gar nicht angefahren wird, sei sehr ärgerlich. Sein Vorschlag: „Die Taktung der Schwebebahn sollte erhöht werden.“

Marlis Löde erwartet mehr Eigeninitiative von den Menschen: „Sie sollten sich Mühe geben und nicht klagen. Irgendwann muss es ja gemacht werden und der Schienenersatzverkehr klappt gut.“

Ein eher sorgenvolles Gesicht macht Christina Zota. Sie hat einen Flug in die Heimat nach Griechenland gebucht: „Ich fliege am Sonntag um 7 Uhr ab Düsseldorf los und weiß nicht, wie ich dort hinkommen soll. Meine Freunde arbeiten, ich habe kein Auto und ich weiß nicht, welche Busse um 4 Uhr morgens fahren. Wie soll das erst in den Sommerferien werden?“

Anna Schröder winkt bei dem Stichwort „Schienenersatzverkehr“ ab. „Ich glaube, keiner nutzt das wirklich. Wir sind jetzt eher auf die Schwebebahn angewiesen“, sagt sie. Nur eben, wer die Stadt verlassen möchte, der habe schlechte Karten. „Das ist echt nervig. Besonders, wenn man jetzt am Wochenende in Düsseldorf weggehen will“, stellt sie fest.

Bei unserer WZ-Online-Umfrage gaben 45 Prozent von 215 Usern an, dass sie negative Erfahrungen während der Bahnsperrung gemacht haben.

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