Bei der Klärschlammentsorgung wird über einen Ersatz der Verbrennungsanlage im Wuppertaler Westen nachgedacht.

Gleich zwei neue Talsperren im Portfolio, Verbesserungen bei der Gewässerqualität, mehr Natur für die Wupper, Sanierung von Staumauern und Brücke: Das sind nur einige Stichworte zu einem besonderen Jahr für den Wupperverband, der jetzt seinen Jahresbericht für 2016 vorgelegt hat.

Und der jüngst nicht nur das beste Jahresergebnis der Verbandsgeschichte vorgelegt hat – die Mitgliedsbeiträge bleiben 2017 in den großen Geschäftsbereichen erneut konstant –, sondern auch für Themenbereiche wie Wasserbereitstellung und -versorgung, Flussgebietsmanagement und Gewässerentwicklung positive Entwicklungen meldet.

Renaturierung der Wupper schreitet voran

Ein großer Schritt sei zweifellos die Übernahme der Kerspe- und der Herbringhauser Talsperre von der WSW Energie & Wasser AG zum Jahreswechsel 2015/16 gewesen, heißt es im Jahresbericht. Dabei sei es auch gut gelungen, 13 Mitarbeiter in die Organisation des Wupperverbandes zu integrieren. Der Personalübergang erfolgte zum 1. März 2016.

Für Wuppertal hebt der Bericht die Fortschritte bei der Wupperrenaturierung hervor: Stadt und Wupperverband arbeiten gemeinsam an der Aufgabe, „die kanalartig ausgebaute Wupper natürlicher zu gestalten“. Bis 2025 sollen rund 15 Flusskilometer entwickelt werden. 2015 waren etwa 8,5 Kilometer und somit die Hälfte geschafft. Nächste Wupperabschnitte im Fokus sind der Döppersberg, der Bereich der Brändströmstraße bis zum Alten Markt in Barmen und ein rund 1,9 Kilometer langer Wupperabschnitt innerhalb des Geländes der Bayer AG in Elberfeld. Die Gewässerentwicklung der Wupper wird vom Land NRW mit bis zu 80 Prozent gefördert.

Klärschlammverbrennung: Anlage ist 40 Jahre alt

Fische, besonders Lachse, sind seit Jahren ein Thema, wenn es um den Wuppertaler Stadtfluss geht. Mit zwei Projekten sei es 2016 gelungen, die Durchgängigkeit für Fische in der Wupper weiter zu verbessern. Das nicht mehr genutzte Wehr im Bereich Pfälzer Steg in Barmen wurde weitgehend entfernt, und gemeinsam mit dem Unternehmen 3M an der Öhder Straße habe der Wupperverband das dortige Wehr und den vorhandenen Fischaufstieg erneuert. Die rund 70 Meter lange, neu gestaltete Rampe erleichtere nun Wanderfischen und Kleinlebewesen den Weg flussaufwärts.

Bei der Klärschlammentsorgung denkt der Wupperverband an einen möglichen Neubau am Standort Buchenhofen. Er betreibt seit 1977 die Klärschlammverbrennungsanlage (SVA) dort.

Neben den Klärschlämmen der eigenen Kläranlagen werden in der SVA auch Schlämme benachbarter Abwasserentsorger verbrannt. Angesichts der 40-jährigen Betriebsdauer stünden „kontinuierlich Modernisierungsmaßnahmen an“, heißt es. Wirtschaftlicher als der Weiterbetrieb der bestehenden Anlage sei langfristig ein in den Bestand integrierter Neubau. Nun soll mit den möglichen Kooperationspartnern – Gespräche seien mit dem Aggerverband, dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband, dem Niersverband, dem Ruhrverband sowie den Stadtentwässerungsbetrieben der Stadt Düsseldorf geführt worden - ein Modell zur Zusammenarbeit in einer gemeinsamen Gesellschaft erarbeitet werden.

Die ist aber ebenso noch Zukunftsmusik wie der Neubau – bis ins neue Jahrzehnt muss die vorhandene Anlage noch durchhalten.

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