Im Mirker Bahnhof wurde die Transformationsstadt gegründet. Vier Organisationen schließen sich zusammen.

Christian Hampe, Gründer der Utopiastadt, begrüßte viele Gäste im Mirker Bahnhof. Darunter Teilnehmer eines Kongresses der Bergischen Universität.
Christian Hampe, Gründer der Utopiastadt, begrüßte viele Gäste im Mirker Bahnhof. Darunter Teilnehmer eines Kongresses der Bergischen Universität.

Christian Hampe, Gründer der Utopiastadt, begrüßte viele Gäste im Mirker Bahnhof. Darunter Teilnehmer eines Kongresses der Bergischen Universität.

Stefan Fries

Christian Hampe, Gründer der Utopiastadt, begrüßte viele Gäste im Mirker Bahnhof. Darunter Teilnehmer eines Kongresses der Bergischen Universität.

Wuppertal. Es geht um Wuppertals Zukunft, es geht um den Wandel, um mehr Gerechtigkeit, um mehr Nachhaltigkeit, um Lebensqualität vor der eigenen Haustür und in den Quartieren der Stadt. Diese Ziele haben sich die Gründer der Transformationsstadt Wuppertal gesetzt.

Die Utopiastadt im Bahnhof Mirke ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Wandel kein schicksalhaftes Ereignis ist, den eine Stadt und ihre Bewohner erdulden müssen. Jahrzehnte lagen der Bahnhof und die Eisenbahnstrecke brach, bevor der Bau der Nordbahntrasse Impulse für neue Entwicklungen gab. Im Bahnhof Mirke entstand die Utopiastadt. Jetzt waren die Utopisten Gastgeber einer Auftaktveranstaltung zur Gründung der Transformationsstadt Wuppertal. Vier Akteure haben in dem Projekt Transformationsstadt zusammengefunden: Das Wuppertal Institut, Transzent (Forschungszentrum von Bergischer Universität und Wuppertal Institut), die Neue Effizienz und Utopiastadt.

Transformationsstadt? Was ist das? Was soll es werden ? Wie geht es los? Bei der Gründungsfeier der Transformationsstadt herrschte jedenfalls Aufbruchstimmung im gutbesuchten Bahnhof Mirke, obwohl es nicht gleich auf alle Fragen befriedigende Antworten geben konnte.

Das Interesse am Wandel ist am ersten Abend riesengroß

„Wir haben vorsorglich alle Tische und Stühle rausgestellt, damit bei diesem Andrang genug Platz vorhanden ist“, sagte Christian Hampe, Geschäftsführer und Initiator von Utopiastadt, zur Begrüßung. Die Moderatoren Sophie Blasberg und David J. Becher führten durch eine Veranstaltung, die im ersten Teil zwar traditionellen Regeln folgte, aber nach den Grußworten von NRW-Staatssekretär Michael von der Mühlen und Oberbürgermeister Andreas Mucke sowie einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der vier Gründungsmitglieder als Planspiel endete, in dem sich rund 100 Zuhörer in Akteure des Transformationsprozesses verwandelten.

Das Planspiel begann mit einer Bestandsaufnahme an vier Tischen, auf denen Karten vom Bahnhof Mirke, dem Quartier Mirke, der Stadt Wuppertal und dem Bergischen Land ausgebreitet waren. Im ersten Schritt sollten die Teilnehmer Orte mit Einrichtungen und Institutionen markieren, die sie für das Quartier, die Stadt oder die Region für wichtig halten. Dann geschah ein Wunder – so sahen es die Spielregeln vor – und alle Wünsche wurden wahr. „Was hat sich nach dem Wunder ereignet?“, wollte David J. Becher wissen, denn die sich erfüllenden Wünsche könnten Ziele eines Wandels vorgeben.

Vier Arbeitsgruppen liefern erstaunliche Erkenntnisse

Die Arbeitsgruppe Utopiastadt hatte sich mit der Frage beschäftigt: „Was ist, wenn Utopiastadt wirklich fertig ist?“ Die Antwort lautete, dass dies hoffentlich nie der Fall sein werde – da die Gestaltung des Wandels oder der Transformation das eigentliche Ziel ist.

Was wäre, wenn die A 46 im Quartier ein wenig unsichtbar würde? Diese Frage stellten sich die „Transformatoren“, die sich mit der Mirke beschäftigten. Oder: Was ist, wenn das Autonome Zentrum in die Kirche zieht und Kirche und Moschee in ein Gebäude?

Der Wunsch, viele Solitäre in der Stadt zu verbinden, äußerte die Gruppe, die sich mit der Stadt Wuppertal auseinander setzte. Es mangele an Verbindungen, zum Beispiel wegen maroder Treppen. Verbindungen fehlten aber auch zwischen Menschen verschiedener Altersgruppen oder verschiedener Nationalitäten, die im Briller Viertel oder am Wupperfelder Markt in ihrer eigenen Welt lebten.

Am geringsten fiel der Effekt des Wunders in der Gruppe „Bergisches Land“ aus. Als kleinster gemeinsamer Nenner wurde formuliert: „Wir wollen uns einigen.“ Außerdem wurde das Thema „Heimat“ als wichtig eingestuft.

Das Planspiel machte deutlich, wie die Transformation als Prozess funktionieren kann. Es sollen zudem in Zukunft Netzwerke gebildet werden, die über die Stadt hinausgehen. Der Wandel vollzieht sich immer schneller. Als Transformationsstadt will Wuppertal diesen Wandel nicht einfach nur über sich ergehen lassen, sondern ihn selbst gestalten. Transformationsstadt ist Neuland, aber keine Utopie mehr.

www.transformationsstadt.de

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