Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 10,6 Prozent – wie auch schon im Vorjahr. Dabei gibt es mehr Jobs.

Zieht man den Saisoneffekt ab, zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust. Foto: Uwe Anspach
Zieht man den Saisoneffekt ab, zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust. Foto: Uwe Anspach

Zieht man den Saisoneffekt ab, zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust. Foto: Uwe Anspach

dpa

Zieht man den Saisoneffekt ab, zeigt sich der deutsche Arbeitsmarkt weiter robust. Foto: Uwe Anspach

Wuppertal. Die Arbeitslosigkeit wird in Wuppertal in diesem Jahr nur marginal sinken. Zu dieser Einschätzung kommt Martin Klebe, Chef der Wuppertaler Arbeitsagentur. „Die Dynamik in Wuppertal ist raus“, sagte Klebe am Dienstag während der Vorstellung der Arbeitsmarktbilanz für 2011.

Vergangenes Jahr hatte sich die Situation trotz der Jobkrise noch robust gezeigt, allerdings stand die Arbeitslosenquote im Dezember wieder bei 10,6 Prozent. Das ist exakt der Wert, der auch im Dezember 2010 erreicht worden war. Im Vergleich zum Vormonat ist die Quote um 0,1 Prozent gesunken. Das heißt: Es waren 40 Wuppertaler weniger ohne Job.

Insbesondere ältere Arbeitnehmer sind demnach von der positiven Entwicklung der Wirtschaft abgekoppelt. „Da ist wenig passiert. Wer älter als 55 Jahre ist, der hat einfach weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, analysiert der Agentur-Chef. Und er stellt fest: „Das hat auch etwas damit zu tun, wie Unternehmen mit älteren Mitarbeitern umgehen.“

Zahl der offenen Stellen hat 2011 zugenommen

Dabei macht Klebe klar, dass es im ureigenen Interesse der Wuppertaler Unternehmen sein müsse, ältere Mitarbeiter zu halten – oder aber neu einzustellen. Das hat den einfachen Grund, dass der Fachkräftemangel in der Stadt immer stärker durchschlägt.

Denn während die Zahl der Arbeitslosen nicht signifikant abnimmt, steigt die Zahl der angebotenen Stellen. Laut Klebe ein deutliches Zeichen, dass es zwar genug Arbeitssuchende gibt, die aber nicht auf die offenen Stellen passen, nicht qualifiziert sind – oder aber einfach nicht zu den Konditionen dort arbeiten wollen. So werden Fachkräfte im Bereich der Pflege händeringend gesucht. Arbeitgeber müssen ihre Stellen nach Einschätzung von Klebe attraktiver gestalten, etwa beim Gehalt oder der Arbeitszeit.

„Es wird zunehmend schwieriger, die passenden Bewerber für offene Stellen zu finden.“

Martin Klebe, Chef der Wuppertaler Arbeitsagentur

Die ausgewiesene Arbeitslosenquote ist nur ein Teil der Wahrheit. Tatsächlich sind mehr Menschen ohne Job, als in der vom Gesetzgeber definierten Statistik. So liegt die offizielle Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Wuppertal mit Velbert und Wülfrath bei 9,6 Prozent. Rechnet man nun Menschen dazu, die eine berufliche Eingliederung machen und im Vorruhestand sind, steigt die Arbeitslosigkeit von 23 198 auf 27 065 Menschen. Kommen nun noch diejenigen hinzu, die etwa in Altersteilzeit sind, einen Gründungszuschuss erhalten, ein Ein-Euro-Job machen und ähnliches, so sind im Agenturbezirk schon 33 817 Personen ohne „richtige“ Arbeit. Dies wird offiziell als Unterbeschäftigung bezeichnet. Die Quote beträgt 13,8 Prozent. Nur für die Stadt erhebt die Agentur diese Zahlen leider nicht.

In diesem Jahr, so prognostiziert Klebe, wird die Arbeitslosenquote in der Stadt nicht unter 10 Prozent sinken – obwohl durch den demographischen Wandel dem Arbeitsmarkt weniger Erwerbstätige zur Verfügung stehen.

Die im Landesvergleich (NRW: 7,6 Prozent) relativ hohe Arbeitslosenquote von 10,6 Prozent erklärt Klebe damit, dass Wuppertal noch im Strukturwandel stecke.

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