Die Hauseigentümer wollen sich eigentlich für den Stadtteil engagieren – sehen sich nun aber ausgebremst.

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Blick auf den Ölberg. Die Hauseingentümer dort sind erbost über die Streichungen des Landes.

Blick auf den Ölberg. Die Hauseingentümer dort sind erbost über die Streichungen des Landes.

Andreas Fischer

Blick auf den Ölberg. Die Hauseingentümer dort sind erbost über die Streichungen des Landes.

Ölberg. Angetreten ist er, um sich an der Quartiersentwicklung am Ölberg zu beteiligen. Doch nun stellt sich bei Schreiner Martin Kurandt ein ganz anderes Gefühl ein: Ohnmacht. In einem offenen Brief an den Regierungspräsidenten Jürgen Büssow protestiert er als Mitglied des Ölberger Hauseigentümernetzwerkes dagegen, dass Wuppertal keine Städtebaufördergelder in Anspruch nehmen kann.

"Ich werde benachteiligt, weil in Wuppertal wohne - und nicht in Dortmund."

Martin Kurandt

Eigentlich wollten die Eigentümer "Verantwortung übernehmen und daher Zeit und Geld investieren", doch das Aus der Fördergelder stelle jetzt eine "Katastrophe" dar. Beispielweise am Fassadenprogramm wollte Kurandt als Besitzer zweier Häuser an der Marienstraße gerade teilnehmen, nun müsse man abwarten, wie das zu finanzieren sei. Kurandt stellt klar, dass er sich persönlich benachteiligt fühlt, weil er in Wuppertal wohne statt zum Beispiel in Dortmund.

Vor allem setzt das Aus der Fördergelder Kurandt zufolge eine Spirale in Gang: Denn komme anders als erwartet nicht etwa immer mehr geld in Umlauf, vielmehr entstehe zusätzlich eine schlechte Stimmung.

Die Hauseigentümer im Schreiben an den Regierungspräsidenten: "Mit Ihrer Entscheidung setzen Sie solchen Bürgern wie uns den Stuhl vor die Türe und bewirken, dass wir dieses Engagement nachdrücklich in Frage stellen müssen."

Beim Ölberger Hauseigentümernetzwerk handelt es sich derzeit im Kern um knapp 20 Personen. Die haben alles in die Wege geleitet, um ihr Engagement auf noch mehr Köpfe zu verteilen. Die vom Land unterstützte Förderung für den Aufbau der modellhaften Eigentümer-Standort- gemeinschaft ist trotz der Kappung der sonstigen Fördergelder übrigens nicht in Frage gestellt.

as Ergebnis der Krisensitzung der Stadtteilkonferenz Ostersbaum ist klar: Gegen die Streichung der Fördergelder für das Programm Soziale Stadt muss man demonstrieren. Erste Möglichkeit: Der Besuch von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zur Eröffnung des Opernhauses am 18. Januar. Statt Operngesänge wird es an diesem Tag also offenbar auch Protestreime geben. Gerne möchten die Akteure dem Landesvater auch einen leeren Stuhl übergeben. Zudem soll er zügig eine von möglichst vielen Menschen unterschriebene Resolution in die Hände bekommen. Und damit ist womöglich noch nicht Schluss: Denn gedacht ist auch an einen weiteren Protestzug Richtung Düsseldorf, an eine Lichterkette auf der B 7 und zum Beispiel Protest-Mails.

Die Organisationsteams für einzelne Protestpakete gibt es bereits. Das passt zu der Stimmung, die Gaby Schulten von Org. Beratung und Zwischennutzungsagentur in dem Treffen ausgemacht hat: Ihre Einschätzung: "Sehr kämpferisch. Ich denke, daraus wird was." (kuk)

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