Wuppertaler Polizisten nehmen am Pilotversuch mit den Kameras teil. Deren Wirkung wird wissenschaftlich geprüft.
Beamte tragen die zigarettenschachtelgroße Kamera an der Brust. Ist sie eingeschaltet, ist das Motiv auf dem Display zu sehen. Archiv

Beamte tragen die zigarettenschachtelgroße Kamera an der Brust. Ist sie eingeschaltet, ist das Motiv auf dem Display zu sehen. Archiv

dpa

Beamte tragen die zigarettenschachtelgroße Kamera an der Brust. Ist sie eingeschaltet, ist das Motiv auf dem Display zu sehen. Archiv

Wuppertal. Seit Mai tragen Beamtinnen und Beamte der Polizeiwache Barmen die kleinen Kameras an der Uniform. Und können sie einschalten, wenn die Situation brenzlig für sie wird. Ihre Erfahrungen fließen ein in eine wissenschaftliche Untersuchung zur Wirksamkeit der Bodycams.

Die Kameras sind etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und 147 Gramm schwer. Sie werden mit Hilfe eines Magnets an Jacke oder Hemd geklipst. Weil der Kamerakopf mit dem Objektiv beweglich ist, kann jeder Polizist ihn so ausrichten, dass die Kamera das Gegenüber und das Geschehen auch erfasst.

„Der Umgang funktioniert reibungslos“, berichtet Polizeisprecher Stefan Weiand. Die Kollegen hätten die Kameras gut angenommen. Sie seien zuvor geschult worden. Nun lägen die insgesamt 32 Kameras in der Wache bereit und würden von den Polizisten jeweils zum Einsatz angelegt.

Hinter dem Versuch steht die Annahme, dass sich aggressive Personen zurücknehmen, wenn die Beamten ihre Kamera einschalten. Denn die Aufnahmen könnten auch als Beweismittel verwendet werden. Läuft die Kamera, kann auch der Gefilmte auf dem Display sehen, welches Motiv gerade aufgenommen wird. Der Einsatz ist vor allem dafür gedacht, Gewalt zu verhindern.

Bisher hat es verschiedene Reaktionen gegeben

Nach Auskunft von Stefan Weiand hat es in Barmen bisher beide Arten von Reaktionen gegeben: Angesprochene seien sowohl aggressiver als auch ruhiger geworden, wenn die Beamten die Bodycam einschalteten. Konkreteres ist aber derzeit nicht zu erfahren.

Denn die Polizisten sollen durch Veröffentlichungen nicht in ihrer Bewertung der Bodycams beeinflusst werden. Ihre persönliche Erfahrungen und Einschätzung fragen Wissenschaftler des Instituts für Polizei- und Kriminalwissenschaft an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen ab. Und werten sie entsprechend aus.

„Das Projekt ist langfristig angelegt“, sagt Jan Schabacker, Sprecher des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg, das das Projekt koordiniert. Denn wichtig sei eine möglichst große Datenmenge.

Der Versuch läuft über zwei Jahre bis Mitte 2019. Außer den Wuppertaler Beamten nehmen auch Polizisten in Duisburg, Düsseldorf, Köln und Siegen-Wittgenstein teil, insgesamt rund 400 Beamte.

Etwa 180 Kameras sind im Einsatz. Die Technik jedenfalls habe bisher keinerlei Anlass für Beschwerden gegeben, sagt Schabacker.

Gabi Schmidt von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt ausdrücklich den Versuch und die wissenschaftliche Begleitung. Sie will sich noch nicht zu den bisherigen Erfahrungen äußern, sondern den Abschluss der Untersuchung abwarten: „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.“

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