Weil eine Waffenbesitzkarte nur unter Auflagen erteilt werden soll, hat der Kampfsportverein Ito Ryu Anzeige erstattet.

Streitfall
Auf der Kaiserhöhe finden ab März wieder Geländeübungen des Vereins statt. In den martialisch ausschauenden Kostümen stecken Kampfsportler.

Auf der Kaiserhöhe finden ab März wieder Geländeübungen des Vereins statt. In den martialisch ausschauenden Kostümen stecken Kampfsportler.

Ito Ryu

Auf der Kaiserhöhe finden ab März wieder Geländeübungen des Vereins statt. In den martialisch ausschauenden Kostümen stecken Kampfsportler.

Wuppertal. Kampfeslustig gibt sich der Verein Ito Ryu Wuppertal, dessen 40 Mitglieder eine spezielle Form der Kampfkunst aus dem japanischen Altertum betreiben. Am Mittwoch stellte Helmut Klaus, Vorsitzender des Vereins, gegen die Bewilligungsstelle der Wuppertaler Polizei, Abteilung für Waffenrecht, Strafantrag wegen Rechtsbeugung (§ 339 StGB). Der Grund ist der Streit um einen Ende 2011 gestellten Antrag auf eine Waffenbesitzkarte. Den will die Polizei nicht ohne Auflagen genehmigen.

Schießen mit Percussionswaffen in der Tradition der Ninjas

Die Polizeistelle hat den Verein aufgefordert, Waffenschrank und Schießstand sowie eine Befürwortung des Schützenbundes nachzuweisen. Helmut Klaus bezweifelt, dass es für diese Forderungen eine Rechtsquelle gibt. Ein Thema, mit dem sich nun Amts- und Verwaltungsgericht beschäftigen müssen. „Trotz beigebrachter Dokumente, Unterlagen und der Mitgliedschaft des Vereins im Stadtsportbund und im Bund Deutscher Sportschützen Landesverband NRW wird uns die waffenrechtliche Genehmigung verwehrt“, sagt Helmut Klaus. Er bedauert, dass „sich nun ein Verwaltungsprozess in Gang setzt“. Der Verein habe alle gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, was ihm vom Bund Deutscher Sportschützen und einem Fachanwalt für Waffenrecht bestätigt werde.

Der Verein plant, seine Mitglieder an Percussionswaffen auszubilden. Das Schießen mit historischen Steinschlosswaffen sei Bestandteil des Ninjutsu, der Kampfkunst der japanischen „Schattenkrieger“ des Altertums, die unter dem Begriff Ninja zusammengefasst werden. „Die Schießausbildung beginnt erst ab dem braunen Gurt. „Wenn ein Mitglied so weit kommt, dann haben wir es vier Jahre beobachtet“, sagt Helmut Klaus, der kein Verständnis dafür hat, warum für Ito Ryu schärfere Regeln als für andere Schützenvereine gelten sollen.

Frühere Dienstpistole der Polizei als Übungswaffe

Der Verein möchte sich eine Sig Sauer P 228 als Übungspistole anschaffen. „Die frühere Dienstpistole der Polizei ist uns von Experten als Ausbildungspistole empfohlen worden. Erst nach einer Sachkundeprüfung soll dann mit den komplizierteren Percussionswaffen geschossen werden“, sagt Klaus. Auf seinen Namen soll die Waffenbesitzkarte ausgestellt werden. Schießübungen sind nur auf Schießplätzen vorgesehen.

Für Aufsehen unter Spaziergängern werden die Ninjas frühestens wieder ab März auf der Kaiserhöhe sorgen. Dort findet ihre Geländeausbildung in den traditionellen schwarzen Tarnanzügen der historischen Vorbilder statt.

Die Vereinsmitglieder trainieren in der Turnhalle der ehemaligen Hauptschule an der Simonsstraße 34/36 am Arrenberg. Am Beginn stehen waffenlose Kampftechniken. Mehr Infos unter
www.ninjutsu-wuppertal.de
 

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