Ab Samstag startet eine kleine Gemeinschaft eine Flyer-Aktion.

Ab Samstag startet eine kleine Gemeinschaft eine Flyer-Aktion.
Malik Nasir Mahmood, Mohammad Ahmad Qamar Din und Zaheer Ahmad Sanauri (v.l.) informieren über ihren Glauben.

Malik Nasir Mahmood, Mohammad Ahmad Qamar Din und Zaheer Ahmad Sanauri (v.l.) informieren über ihren Glauben.

Andreas Fischer

Malik Nasir Mahmood, Mohammad Ahmad Qamar Din und Zaheer Ahmad Sanauri (v.l.) informieren über ihren Glauben.

Wuppertal. „Wir sind alle Deutschland“ steht auf den Flyern, die ab Samstag in Wuppertal verteilt werden sollen. Die Mitglieder der örtlichen Ahmadiyya Muslim-Gemeinde möchten den Dialog mit den Mitbürgern suchen – mit muslimischen und nicht-muslimischen. Ziele sind: Vorurteile abbauen, Fragen zum eigenen Glauben beantworten, sich von Terroristen distanzieren, die im Namen des Islams morden.

Die Reaktionen sind oft positiv, aber nicht immer

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Indien gegründet. In Deutschland zählt die islamische Gemeinschaft nach eigenen Angaben 45 000 Mitglieder, weltweit sollen es zehn Millionen sein. Sie sieht sich als Reformgemeinde. Ihr Gründer Mirza Ghulam Ahmad wird als Nachkomme des Propheten Mohammed angesehen. Unter anderem in Pakistan werden Ahmadis seit den 70er Jahren zum Teil massiv verfolgt, nicht als Muslime angesehen.

Auch im letzten Jahr haben Mitglieder über ihren Glauben bei einer ähnlichen Aktion in Wuppertal informiert. Die Reaktionen seien oft positiv gewesen – aber nicht immer. „Manche Leute beschimpfen uns mit harten Worten. Wir erklären dann, dass wir nicht die Mörder sind“, sagt Malik Nasir Mahmood. Er ist Präsident der örtlichen Gemeinde, die in Radevormwald beheimatet ist. Dort liegt das nächstgelegene Gebetshaus der Gemeinde. Die Mitglieder kommen neben Wuppertal auch etwa aus Remscheid oder Wermelskirchen. Insgesamt hat die Gemeinde 55 Mitglieder.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk kritisierte die Soziologin Necla Kelek unter anderem, dass die Gemeinschaft missionarisch ist und die Welt in Gläubige und Ungläubige aufteilt. Diese Vorwürfe wies die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit einer Stellungnahme zurück. „Missionieren ist nicht unser Ziel“, sagt auch Mohammad Ahmad Qamar Din, Sprecher der Gemeinschaft. Auch in Wuppertal sei, das Ziel, zu erklären „wer wir sind und was wir überhaupt wollen.“ Auf den Flyern sind dazu Glaubenssätze zu lesen.

Ein Beispiel ist: „Ein wirklicher Muslim, dem die Lehren seines Glaubens bewusst sind, wird sich immer aufrichtig und loyal dem Land gegenüber verhalten, unter dessen schützendem Schatten er in Frieden lebt.“ pasch

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