Jan-Bernd Donner geht mit einem Gyrokopter in die Luft. Mit dem Leichtflieger hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt.

Jan-Bernd Donner geht mit einem Gyrokopter in die Luft. Mit dem Leichtflieger hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt.
Vollgetankt kann Jan-Bernd Donner vier bis fünf Stunden mit seinem Gyrocopter in der Luft bleiben.

Vollgetankt kann Jan-Bernd Donner vier bis fünf Stunden mit seinem Gyrocopter in der Luft bleiben.

In seinem Gyrocopter kann der Hobbypilot eine atemberaubende Aussicht über Wuppertal genießen.

Jan-Bernd Donner hat sein Flugobjekt auch als Modell.

Donner, Bild 1 von 3

Vollgetankt kann Jan-Bernd Donner vier bis fünf Stunden mit seinem Gyrocopter in der Luft bleiben.

Wuppertal. Mit Leidenschaft geht Jan-Bernd Donner in die Luft. Seine Heimat von oben zu sehen, ist für den Wuppertaler immer wieder faszinierend. „Kein Flug ist wie der andere. Es gibt immer anderes Wetter, eine andere Jahres- oder Tageszeit“, erzählt der 64-Jährige. Das Fliegen ist für ihn ein Kindheitstraum. Als kleiner Junge hat er seine Modellflieger in den Himmel geschickt und sich immer gewünscht, mit ihnen abheben zu können.

Früh stand für ihn fest, dass er Hubschrauberpilot werden und die Ausbildung bei der Bundeswehr absolvieren wollte. „Doch dann habe ich den Wehrdienst verweigert und aus der Traum.“ Er blieb zunächst auf dem Boden der Tatsachen. Doch als er 2005 zufällig einen Fernsehbericht über den ersten Tragschrauber in Deutschland sah, wuchsen seinem wieder Flügel. Diesmal ließ er sich von ihnen davontragen. Er buchte bei der Herstellerfirma einen Rundflug.

„Danach war es um mich geschehen. Der freie Ausblick in alle Richtungen war einfach fantastisch“, berichtet er lachend. Rund 50 Flugstunden später hatte er endlich die Lizenz zum Fliegen und bald auch einen eigenen Gyrokopter. Das Ultraleicht-Fluggerät wirkt auf den ersten Blick wie ein kleiner Hubschrauber, hat aber eher die Eigenschaften eines Flugzeugs. „Ein Propeller sorgt für den Vortrieb und oben dreht sich eine Tragfläche. Sie ist aber kein Rotor, den der Motor antreibt, sondern bewegt sich wie eine Windmühle. Es ist ein fast geniales Prinzip“, beschreibt Jan-Bernd Donner seinen Zweisitzer mit Lufthoheit.

Geparkt hat er ihn im westfälischen Marl. Von dort aus startet er zu Rundflügen über das Ruhrgebiet und das Bergische Land. „Zunächst kommt mit Bochum, Gelsenkirchen und Essen sehr viel Stadtgebiet. Dann steigt das Land leicht an wird sehr grün und dann erstreckt sich unter mir das Wuppertal. Das ist ein unglaubliches Erlebnis“, schwärmt der 64-Jährige von seiner Lieblingsstrecke. Regelmäßig beobachtet er die Fortschritte auf der Baustelle am Döppersberg und hat auch die Entstehung von Ikea von oben verfolgt. „Das ist schon spannend.“ Ob seine Frau im Garten das richtige Beet umgräbt, kontrolliert er eher nebenbei. „Die Nachbarn winken auch, wenn sie mich sehen.“

Regelmäßig nimmt Jan-Bernd Donner Gäste mit an Bord und zeigt ihnen ihre Welt aus der Vogelperspektive. „Die meisten sind überrascht, wie grün es hier ist.“ Sie genießen in 700 Metern Höhe besonders den Rundumblick aus dem offenen Fluggerät. „Mir macht es Freude, andere Menschen glücklich zu machen. Sie steigen alle mit einem breiten Grinsen aus“, berichtet Jan-Bernd Donner.

„Wenn ich mir das hektische Treiben anschaue, bin ich ziemlich weit davon entfernt.“
Jan-Bernd Donner, Hobbypilot

Das Prinzip des Gyrocopters stammt aus den 20er Jahren. Ohne Motor wurden sie hinter U-Booten hergezogen, um eine erhöhte Position zu haben. Nach dem Krieg war ihr Bau verboten, erst seit 2003 sind sie in Deutschland wieder zugelassen.

Für ihn selbst ist das Fliegen pure Entspannung. Er hebt ab und geht auf Distanz zum Alltag. „Wenn ich mir das hektische Treiben dann anschaue, bin ich ziemlich weit davon entfernt. Es ist die grenzenlose Freiheit. Nach zehn Minuten da oben bin ich wieder auf Null gestellt“, sagt der Kommunikationsdesigner.

Er fliegt auch mal zum Kaffeetrinken auf eine Nordseeinsel oder zum Verwandtenbesuch nach Schleswig Holstein – ganz ohne Stress im Stau. „Die weiteste Strecke ging nach Rügen. Das waren so 500 Kilometer am Stück.“ Vollgetankt kann der Wuppertaler vier bis fünf Stunden in der Luft bleiben und bei einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde Strecke machen „Bei einem Verbrauch zwischen 11 und 15 Litern pro Stunde ist das günstiger als ein Auto.“

Allerdings kann der Pilot aus Leidenschaft nur bei schönem Wetter in die Luft gehen. Regen, Schnee und dichte Wolken sind nicht nur unangenehm, sie rauben ihm auch die Sicht. Das kann gefährlich sein, denn selbst in luftiger Höhe ist der Wuppertaler nicht allein. „Da oben ist ganz schön Verkehr und in der Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens kommen einem auch die großen Vögel ziemlich nahe.“

Am Tal der Wupper und ihren grünen Hügeln, den Stauseen und der Schwebebahn kann er sich dennoch nicht satt sehen. „Dieser außergewöhnliche Blickwinkel macht das Fliegen aus.“

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