Die Feiern sind viel mehr als ein alljähliches Ritual, betonte Pfarrer Werner Jacken.

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Bei der zentralen Feierstunde der Stadt wurden viele Kränze am Ehrenfriedhof Barmen niedergelegt.

Bei der zentralen Feierstunde der Stadt wurden viele Kränze am Ehrenfriedhof Barmen niedergelegt.

Stefan Fries

Bei der zentralen Feierstunde der Stadt wurden viele Kränze am Ehrenfriedhof Barmen niedergelegt.

Wuppertal. „Hier schweige ein jeder von seinem Leid und noch so großer Not. Sind wir nicht alle zum Opfer bereit und zu dem Tod“, prangt auf dem Kriegerdenkmal am Ehrenfriedhof Barmen. An dessen Sockel legten die Besucher der städtischen Trauerfeier Trauerkränze nieder, um damit den Opfern des Ersten und Zweiten Weltkrieges, aber auch allen weiteren Kriegen, die bis heute geführt werden, zu gedenken.

Immer weniger Zeitzeugen, die von der Brutalität berichten können

Zur Eröffnung der Trauerfeier spielte das DRK-Blasorchester, das vom Männerchor Flügelrad begleitet wurde. Trotz des Wetters hatten sich rund dreißig Besucher auf dem Ehrenfriedhof eingefunden und lauschten der Gedenkrede von Pfarrer Werner Jacken: „Die Gedenkfeier ist viel mehr als ein jährliches Ritual – denn umso mehr wir uns zeitlich von den Weltkriegen entfernen, desto weniger Zeitzeugen gibt es, die uns ungefiltert von der Grausamkeit und Brutalität erzählen können.“

Umso wichtiger sei es, dass die Gedenkfeiern uns immer wieder an die Opfer von Kriegen und Gewalt erinnern und an die Narben, die diese nicht nur an den Körpern, sondern auch den Seelen der Menschen hinterlassen.

Eben deshalb appellierte Oberbürgermeister Peter Jung in seiner Rede an den Willen auch heute unermüdlich für den Frieden zu kämpfen, Konflikte auf dem Verhandlungswege zu lösen und fremdenfeindliche Bewegungen in die Schranken zu weisen: „Krieg ist nicht Teil von Vergangenheit. In 200 Kriegs- und Krisengebieten auf der Welt ist er immer noch allgegenwärtig.“

Arnold Norkowsky, ehemaliger CDU-Stadtverordneter, besucht seit die jährlichen Gedenkfeiern seit 40 Jahren: „Ich halte es für eine staatsbürgerliche Pflicht, daran teilzunehmen. Gerade jüngere Generationen, die nichts von alledem am eigenen Leib erfahren haben, sollten den Opfern gedenken. Denn viele vergessen, wie real die brutalen Auseinandersetzungen sind, die im Fernsehen gezeigt werden. Krieg ist nicht vorbei.“

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