Polizei veröffentlicht Foto eines „Tatverdächtigen“. Es zeigt jedoch einen Unschuldigen.

Ein Kameramann filmt vor der Filiale der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz ein Fahndungsplakat.
Ein Kameramann filmt vor der Filiale der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz ein Fahndungsplakat.

Ein Kameramann filmt vor der Filiale der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz ein Fahndungsplakat.

Paul Zinken

Ein Kameramann filmt vor der Filiale der Berliner Volksbank im Stadtteil Steglitz ein Fahndungsplakat.

Wuppertal/Berlin. Schock für einen Wuppertaler Studenten: Die Berliner Polizei sucht ihn, gibt sogar ein Fahndungsfoto von ihm heraus. Denn er wird mit dem spektakulären Tunnel-Banküberfall in Verbindung gebracht, bei dem zahlreiche Schließfächer ausgeräumt wurden.

Natürlich wendet er sich sofort an die Polizei, um das unglaubliche Missverständnis aufzuklären und seine Unschuld zu beweisen. „Der junge Mann hat sich in der Nacht zu zu Mittwoch bei uns gemeldet“, berichtet Julia Nakonzer, Sprecherin der Berliner Polizei. Zuvor hätten schon Zeugen auf die Unschuld des Mannes hingewiesen.

Doch wie kann es zu solch einer Panne kommen? „Die Täter haben das Foto des Studenten aus dem Internet kopiert und für einen gefälschten Ausweis benutzt. Mit dem hatten sie einen Stellplatz in dem Parkhaus angemietet, von dem aus der Tunnel gegraben wurde“, so die Sprecherin.

Nach dem Raub habe die Polizei versucht, mit allen Mitteln zu klären, wer auf dem Bild abgebildet sei – jedoch ohne Erfolg. Daraufhin entschließen sich die Beamten, das Bild zu veröffentlichen. Dafür holen sie eine richterliche Genehmigung ein.

„Nur auf diesem Wege konnten wir klären, dass der Abgebildete nichts mit dem Überfall zu tun hat“, sagt Nakonzer. Von Panne oder Rufschädigung könne keine Rede sein. „Der Fall zeigt, dass man ich gut überlegen sollte, was man frei zugänglich ins Internet stellt“, so die Sprecherin. Nur so könne man dem Missbrauch von Verbrechern entgehen.

Wie der Student die Verwechslung verkraftet hat, ist unklar

Wie der Wuppertaler Student hingegen verkraftet hat, dass er zeitweilig mit dem Tunnel-Raub in Verbindung gebracht wurde, ist unklar. Es habe keine psychologische Betreuung gegeben. „Der junge Mann hat uns nur gebeten, dass wir seinen Namen geheim halten und ihn so vor der Öffentlichkeit schützen“, berichtet die Sprecherin.

Von den wirklichen Einbrechern fehlt immer noch jegliche Spur. Bei der Sonderkommission „Tunnel“ sind inzwischen rund 240 Hinweise eingegangen. Die Auswertung aller Spuren und Hinweise werde aber noch etwas dauern, hieß es.

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