Oberbürgermeister Andreas Mucke begrüßte den chinesischen Generalkonsul Feng Haiyang bei dessen Antrittsbesuch im Barmer Rathaus.

Wuppertal. Der chinesische Generalkonsul Feng Haiyang stattete am Dienstag  Oberbürgermeister Andreas Mucke im Barmer Rathaus seinen Antrittsbesuch ab. Bis Dezember 2015 war das chinesische Generalkonsulat in Frankfurt für die Beziehungen Chinas mit Nordrhein-Westfalen zuständig. Mit dem zusätzlichen Generalkonsulat in Düsseldorf ist China nun auch Wuppertal ein Stück näher gerückt.

700 chinesische Studenten bilden die größte ausländische Gruppe an der Bergischen Universität. 60 chinesische Unternehmen haben sich bereits in Wuppertal angesiedelt, 300 Wuppertaler Unternehmen sind in China vertreten. Im Tourismus ist die Zahl der Übernachtungen chinesischer Gäste innerhalb von drei Jahren von 650 auf 4000 im Jahr gestiegen. Das sind nur einige Zahlen, die die rasant gewachsenen Verbindungen mit China belegen.

Generalkonsul Feng Haiyang bot sich der Wuppertaler Stadtspitze als Ansprechpartner und Brückenbauer an. Dazu benötigt er keinen Dolmetscher, was sehr zu dem entspannten und freundschaftlichen Meinungsaustausch im Rathaus beitrug. „Wuppertal ist in China sehr, sehr bekannt. Friedrich Engels spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagte Feng Haiyang, der in Begleitung leitender Konsulatsmitarbeiter nach Wuppertal gekommen war. „Wenn man Wasser trinkt, dann soll man an die Quelle denken“, zitierte er dazu ein chinesisches Sprichwort.

Oberbürgermeister Andreas Mucke dankte den Gästen für ihren Besuch und wies darauf hin, dass sich die Stadt Wuppertal mit ihren historischen Quellen intensiv auseinandersetze. In vier Jahren wird der 200. Geburtstag von Friedrich Engels gefeiert. Bis dahin soll das Engels-Haus saniert sein. Zusätzlich soll als Ergänzung zum Engelshaus und dem Museum für Frühindustrialisierung ein „Welcome Center“ insbesondere für chinesische Touristen geschaffen werden. „Chinesische Touristen wollen in ihrem Urlaub innerhalb kürzester Zeit sehr viel sehen“, gab Feng Haiyang den Wuppertalern einen Tipp. Zeit für einen Besuch des Engels-Denkmals oder des Engels-Hauses hat er selbst noch nicht gefunden, doch kündigte er an, dies nachzuholen. Zudem lud er eine Delegation aus Wuppertal zum Gegenbesuch ins Generalkonsulat nach Düsseldorf-Oberkassel ein.

Der Tourismus ist nur ein Aspekt und im Vergleich zu den schnell gewachsenen Wirtschaftsbeziehungen ein bescheidenes Pflänzchen. Rolf Volmerig, Geschäftsführer der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, beschrieb die Entwicklung so: „Während sich in den ersten Jahren zumeist kleinere chinesische Firmen in Wuppertal angesiedelt haben, um den Markt zu erkunden, deutet sich nun ein Wandel an. Seit 2015 siedeln sich auch Firmen im produzierenden Bereich an, die zum Beispiel Produkte der Umwelttechnologie nach China reimportieren.“

„Je konkreter die Projekte umso besser“, schlug Oberbürgermeister Andreas Mucke seinen Gästen vor. Eine Gelegenheit zu konkreten Projekten könnte sich schon Ende Januar beim Frühlingsfest der chinesischen Studenten an der Wuppertaler Universität ergeben. Generalkonsul Feng Haiyang sagte spontan seine Unterstützung zu. Hilfe bot er der Stadt auch für das kommende Jahr an, wenn erneut eine Delegation aus Wuppertal Dongguan besuchen wird. Seit 2014 kooperiert Wuppertal mit der Metropole, die mehr als acht Millionen Einwohner zählt.

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