Ein Vertrag mit Sprockhövel soll die Zuständigkeit für den Tunnel Schee fixieren.

Ein Vertrag mit Sprockhövel soll die Zuständigkeit für den Tunnel Schee fixieren.
Die Röhre verbindet die beiden Städte. Archiv

Die Röhre verbindet die beiden Städte. Archiv

Andreas Fischer

Die Röhre verbindet die beiden Städte. Archiv

Wuppertal. Was verbindet Wuppertal und Sprockhövel? Der Tunnel Schee. Die 722 Meter lange Röhre gehört zu gut 500 Metern zu Wuppertal und knapp 200 Metern zu Sprockhövel. „Da sind beide Städte im Boot. Aber es ergibt wenig Sinn, wenn beide Städte da gemeinsam herumwerken“, beschreibt Thorsten Warning, Leiter für konstruktiven Ingenieurbau bei der Stadt Wuppertal, die Situation. Nun soll eine offizielle Vereinbarung zwischen den beiden Städten getroffen werden, die Zuständigkeit und finanzielle Abwicklung klärt. Sprockhövel hat bereits zugestimmt, in Wuppertal soll der Rat am 15. Mai die Hand für das Papier heben.

Kooperation lief bislang auch ohne Vertrag „sehr gut“

Die öffentlich-rechtliche Vereinbarung ließ auf sich warten. Bereits seit Dezember 2014 ist der Tunnel, durch den seit 1984 keine Züge mehr fahren, als Teil der Nordbahntrasse für Radfahrer und Fußgänger freigegeben. Trotzdem sei bislang auch ohne Vertrag nichts angebrannt, sagt Warning. Planungsdezernent Frank Meyer bestätigt: „Die Kooperation läuft wie erwartet sehr gut.“

Das, was bislang bereits in der Praxis gelebt wird, steht auch im Vertrag: Die anfallenden Kosten für die Bauwerksüberwachung, Erhaltungs- und Verkehrssicherungsmaßnahmen sowie die Reinigung der Entwässerungsanlagen trägt zu zwei Dritteln die Stadt Wuppertal und zu einem Drittel der Nachbar Sprockhövel.

In der Praxis übernimmt Wuppertal den Betrieb und die Erhaltung des Tunnels. Dafür zahlt Sprockhövel jährlich eine Pauschale von 5200 Euro. Erhaltungsmaßnahmen am Tunnel, die Kosten von bis zu 20 000 Euro im Jahr verursachen, darf Wuppertal ohne vorige Absprache vornehmen. Wird’s teurer, muss zunächst Sprockhövel informiert werden. Größere Maßnahmen stehen aber vorerst nicht an, bestätigen Meyer und Warning.

Schließlich wurde die massive Röhre aus Natursteinblöcken erst vor drei Jahren saniert, weil es große Probleme mit Feuchtigkeit im Inneren gab. Das Wasser lief praktisch von den Wänden. Die Arbeiten kosteten damals rund drei Millionen Euro.

Eine ähnliche Situation wie am Tunnel Schee gibt es im Süden der Stadt mit der Kohlfurther Brücke. Dort teilt sich Wuppertal die anfallenden Kosten zur Hälfte mit Solingen. „Auch in diesem Fall kommt bald noch ein Vertrag“, versichert Thorsten Warning.

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