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Stolpersteine an der Hellerstraße 11 für Familie Ursell.

Stolpersteine an der Hellerstraße 11 für Familie Ursell.

Stolpersteine an der Hellerstraße 11 für Familie Ursell.

Wuppertal. Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt in ganz Europa Stolpersteine, um an die Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Die Gedenktafeln aus Messing werden vor dem letzten bekannten Wohnort in den Gehweg eingesetzt, um den namenlosen Opfern wieder ein Gesicht zu geben. Gestern wurden für die deportierten Wuppertaler Familien Karl Ursell und Hugo Israel, die Ehepaare Emil Hirschberg und Samuel Zuckermann sowie für Frau Fanny Kann und ihre Söhne in Elberfeld 13 neue Stolpersteine verlegt. Zum ersten Mal haben die Hinterbliebenen einer deportierten Familie in Wuppertal der Stolperstein Verlegung nicht zugestimmt. Sie wollen  nicht, dass man über die Gedenkstätte ihrer Verwandten läuft und sie damit symbolisch erneut in eine unterdrückte Position bringt.

Der Verein Stolpersteine für Wuppertal unterstützt dieses Projekt seit einigen Jahren und hat bei der Verlegung die Biographien der Opfer, soweit diese rekonstruiert werden konnten, verlesen.

Folgenden Personen wird mit den Stolpersteinen gedacht:

In der Hellerstraße 11 wurden drei Stolpersteine für Karl Ursell (geb. 19.05.1877 in Attendorn), seine Ehefrau Helene Paula Ursell geb. Neuwahl (geb. 26.11.1880 in Gelsenkirchen) und ihre Tochter Hella Inge Ursell (geb. 03.03.1919 in Attendorn) verlegt. Das Ehepaar Ursell hat zunächst ein Kaffee-Restaurant mit Pension betrieben und diese später als jüdische Gaststätte in der heutigen Neumarktstraße weitergeführt. Am 21.07.1942 wurden Karl und Helene Paula Ursell verhaftet und gemeinsam nach Theresienstadt deportiert. Dort starb Karl Ursell am 30.10.1942. Helene Paula Ursell wurde 1944 nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Ihr Tochter Hella Inge wurde bereits 1941 über Düsseldorf nach Minsk deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren.

In der Kleinen Klotzbahn 12 wurde drei Stolpersteine für Hugo Israel (geb. 29.06.1891 in Langenberg), seine Ehefrau Hedwig Israel geb. Baruch (geb. vermutlich 1890 in Berlin) und ihre Tochter Eva Regina Israel (geb. 04.04.1927 in Elberfeld) verlegt. Vor der gemeinsamen Deportierung mit seiner Frau am 20.07.1942 nach Theresienstadt arbeitet Hugo Israel als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei. Hedwig Israel führte in ihrem Wohnhaus eine Schreibstube mit Bürobedarf. Nach dem Abtransport von Eva Regina Israel am 21.04.1942 ist sie in dem Durchgangslager Izbica südlich von Lublin/Polen verschollen.

Vier Stolpersteine wurden in der Luisenstraße 124 für Emil Hirschberg (geb. 12.10.1893 in Zwesten) und seine Ehefrau Henriette Hirschberg geb. Kampf (geb. 07.05.1896 in Elberfeld) sowie für Samuel Zuckermann (geb. 01.10.1878 in Opole/Polen) und seine Ehefrau Sophie Zuckermann geb. Maus (geb. 28.02.1885 in Lublin/Polen) verlegt. Emil Hirschberg war als Drucker, Handwerker und Vertreter mit Wandergewerbeschein tätig. Das Ehepaar Hirschberg wurde am 09.11.1941 über Düsseldorf nach Minsk deportiert und dort ermordet.

Das Ehepaar Zuckermann lebte bis 1905 in Russland und floh vor den Judenprogromen nach Elberfeld. Dort betrieb er ein eigenes Geschäft für Nähmaschienenhandel. Samuel Zuckermann wurde am 07.05.1942 aus dem Vernichtungslager Chelmno an einen unbekannten Ort verschleppt und  dort ermordet. Sophie Zuckermann war bereits 1936 nach Frankreich emigriert von dort allerdings im Juli 1942 nach Auschwitz zur Ermordung gebracht.

Die letzten drei Stolpersteine wurden an der von der Thann Straße 1 für die Witwe Fanny Kann (geb. 01.11.1864 in Kamin) und ihre Söhne Alfred Kann (geb. 10.09.1890 in Elberfeld) und Helmut Kann (geb. 06.02.1902 in Elberfeld) verlegt. Fanny Kann war Miteigentümerin der Bettfedern-Fabrik ihres Mannes. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt deportiet und verstarb dort noch im gleichen Jahr. Die Brüder Alfred und Helmut Kann wurde im November 1941 vom Steinbecker Bahnhof aus über Düsseldorf nach Minsk deportiert, zwei Jahre später sind beide dort verstorben. kaz

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