15 Architekten haben Entwürfe eingereicht. Jury tagt am 10. März. Gesamtkosten rund 45 Millionen Euro.

15 Architekten haben Entwürfe eingereicht. Jury tagt am 10. März. Gesamtkosten rund 45 Millionen Euro.
Die WSW müssen ihre Konzernzentrale neu bauen. Baubeginn ist frühestens Ende 2018. Archiv

Die WSW müssen ihre Konzernzentrale neu bauen. Baubeginn ist frühestens Ende 2018. Archiv

Andreas Fischer

Die WSW müssen ihre Konzernzentrale neu bauen. Baubeginn ist frühestens Ende 2018. Archiv

Wuppertal. In der Aufsichtsratssitzung der Wuppertaler Stadtwerke steht am 10. März das Thema Neubau der WSW-Konzernzentrale wieder einmal ganz oben auf der Tagesordnung. Die Zeit drängt, denn bereits seit 2012 ist bekannt, dass die rund 450 Mitarbeiter an der Bromberger Straße in ihren Büros einer gesundheitlichen Belastung durch den Schadstoff PCB ausgesetzt sind. Mit den vorbereitenden Maßnahmen für den Neubau auf dem Betriebsgelände an der Schützenstraße soll Ende 2018 begonnen werden, kündigt Andreas Feicht, Vorsitzender der Geschäftsführung der WSW, an.

Der eigentliche Baubeginn wird für 2019 ins Auge gefasst. Die reinen Baukosten schätzt Feicht auf 30 bis 35 Millionen Euro ein. Die Gesamtkosten inklusive Außenanlagen, Innenausstattung und Kantine belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro.

„Es läuft derzeit ein Architektenwettbewerb. 15 Büros haben ihre Arbeiten eingereicht, die nun gesichtet werden. Anfang März wird es eine Jury-Sitzung geben, die neben dem Sieger drei weitere Büros kürt“, so Feicht. Die WSW wollen mit allen vier Preisträgern in die Vergabeverhandlungen gehen, da das Wettbewerbsergebnis Vergabebestandteil ist. Darüber hinaus würden in der Vergabeverhandlung weitere Kriterien wie das Projektteam, das Umsetzungskonzept und das Honorar bewertet.

Abriss der WSW-Zentrale erfolgt erst nach dem Neubau

Ende des vergangenen Jahres waren alternative Pläne für den Bau einer neuen WSW-Zentrale auf Clausen an den Auflagen des Lärmschutzes gescheitert. Der erforderliche Lärmschutz für das Bürogebäude und die Zusammenlegung der bestehenden Busbahnhöfe hätten Mehrkosten in Höhe von 40 Millionen Euro erfordert.

Nach Aussage von Dietmar Bell, Vorsitzender des WSW-Aufsichtsrates, hat die Prüfung der Alternativpläne keinen Zeitverlust zur Folge gehabt. „In der Zwischenzeit wurden die Planungen für den Neubau an der Schützenstraße aber nicht unterbrochen“, sagt Dietmar Bell.

„Der Abriss der Verwaltungshäuser an der Bromberger Straße erfolgt nach Fertigstellung des Neubaus. Jedoch muss ein Anbau, der sich im zukünftigen Baufeld befindet, vorzeitig dem Neubau weichen. Der betroffene Bereich wird in der Übergangszeit bis zum Bezug des Neubaus in eine angemietete Fläche umziehen“, erklärt Feicht. Unter dem jetzigen Besucherparkplatz liegen eine Vielzahl von Versorgungsleitungen. Die müssten verlegt werden, möglicherweise würden auch einige ältere Gebäudeteile und Container entfernt.

Ursprünglich hatten sich die WSW eine Frist von fünf Jahren für den Neubau und Umzug gesetzt. Doch in diesem Jahr läuft diese Frist ab, denn fünf Jahre wird allein die Planungsphase gedauert haben.

Die Planungen zum Bau der neuen WSW-Zentrale haben eine lange Vorgeschichte. Die Hauptrolle spielte dabei in den vergangenen Jahren der Carnaper Platz, den die Stadtwerke ursprünglich als Standort für den Neubau ausgewählt hatten. Doch diese Pläne scheiterten an Bürgerprotesten. So musste die Stadt den Verkauf des Carnaper Platzes an die WSW rückgängig machen, nachdem der Rat als Reaktion auf die Proteste in der Bevölkerung seinen Ratsbeschluss zum Verkauf revidiert hatte.

WSW wollen Carnaper Platz in der Umbauphase möglichst frei halten

Bei den aktuellen Planungen der WSW für einen Neubau auf dem Betriebsgelände soll der Fest- und Kirmesplatz an der Carnaper Straße keine Rolle spielen. „Der Carnaper Platz soll möglichst frei bleiben, über Bauabläufe kann aber zu diesem frühen Zeitpunkt noch nichts gesagt werden“, sagt Feicht. Die WSW seien mit der Stadt in einem engen Austausch, um Überschneidungen von Bautätigkeiten möglichst zu vermeiden. „Wir versuchen, den Carnaper Platz aus den Überlegungen auszusparen“, verspricht Bell.

Die Verwaltung hat Ende des vergangenen Jahres konkrete Vorschläge für die Neugestaltung des Carnaper Platzes vorgelegt. Der von der Verwaltung favorisierte Vorschlag mit Kosten in Höhe von 677 000 Euro sieht die Befestigung des Schotterplatzes mit Betonsteinpflaster vor. Im Mai soll der Rat über den Umbau entscheiden, nachdem zuvor die Bezirksvertretung Barmen angehört wird. Ursprünglich war geplant, dass sich der Rat bereits in seiner Februarsitzung mit dem Thema beschäftigen sollte.

Der Carnaper Platz wird nur an wenigen Tagen im Jahr als Kirmes- und Festplatz genutzt. An den meisten Tagen dient er bisher Mitarbeitern der Stadtwerke und Anwohnern als kostenloser Parkplatz.

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