Heute Abend werden im Stadion am Zoo mindestens 10.000 Zuschauer erwartet. Die Polizei und beide Vereine haben sich entsprechend vorbereitet.

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Dürfen die WSV-Fans schon bald einen Brasilianer bejubeln? (Archiv

Dürfen die WSV-Fans schon bald einen Brasilianer bejubeln? (Archiv

Andreas Fischer

Dürfen die WSV-Fans schon bald einen Brasilianer bejubeln? (Archiv

Wuppertal. Für den Wuppertaler SV ist es das Heimspiel des Jahres. Doch Tradition und Rivalität spielen heute (Anstoß 18.30 Uhr) im Stadion am Zoo weder für den WSV noch für Fortuna Düsseldorf die entscheidende Rolle. Vielmehr geht es um drei wertvolle Punkte, die der WSV im Abstiegskampf der 3. Liga so dringend benötigt wie die Fortuna im Rennen um die Aufstiegsplätze zur 2. Liga. Beide Mannschaften hoffen auf die lautstarke Unterstützung durch die eigenen Fans - doch mit fairen Mitteln. Dazu riefen Tim Jerat und Andreas Lambertz, die Kapitäne beider Mannschaften, zu Beginn der Woche gemeinsam auf. Im Hinspiel hatten unliebsame Zwischenfälle in der Düsseldorfer Arena zu einer Spielunterbrechung geführt. Beide Vereine mussten Geldstrafen zahlen.

Doch die Polizei hält den Ball vor dem Rückspiel flach. "Niemand muss Angst haben, ins Stadion zu gehen", sagt Wolfgang Lonken, der den Großeinsatz der Polizei heute rund ums Zoo-Viertel leitet. Mehrere hundert Polizisten werden im Einsatz sein.Nicht nur am Stadion, auch an anderen Verkehrsknotenpunkten, beispielsweise am Hauptbahnhof und dem Döppersberg. Die Taktik ist vollkommen klar: Das Aufeinandertreffen beider Fan-gruppen soll auf jeden Fall vermieden werden.

Anhänger aus Düsseldorf werden deshalb - auch das ist nicht neu - an der S-Bahn-Station Sonnborn in Empfang genommen und dann bis zur neuen Gäste-Tribüne im Stadion "begleitet". Auch in den entsprechenden Zügen wird die Polizei wie gewohnt Präsenz zeigen. Damit unterwegs alles glatt läuft, gibt es unter anderem auf der Kirchhoffstraße ab Nachmittags ein absolutes Park- und Halteverbot. Das Zoo-Viertel wird heute ab 16.30 Uhr bis 19  Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Freie Fahrt haben nur Anwohner, Taxen und Busse. WSV-Fan Lonken hat zwei Tipps: "Am besten ist es, die Schwebebahn zu benutzen." Und: "Alles bleibt friedlich, und wir gewinnen 3:1."

Die WZ ist heute ab 18 Uhr mit ihrem Liveticker im Stadion am Zoo am Ball. Hier erfahren Sie alles über das Spiel und die Ereignisse am Rande. Hier geht es direkt zum Ticker.

Auch der Kartenverkauf fürs Derby unterliegt strengen Sicherheitsbestimmungen. Eine Karte gibt’s nur gegen Vorlage eines gültigen Personalausweises. Wer heute nervige Wartezeiten vermeiden will, sollte sich eine Karte deutlich vor dem Anpfiff sichern. Die erste Tageskasse ist ab 14 Uhr geöffnet.

Heute Abend werden die Fortuna-Fans erstmals auf der neuen Gäste-Stehtribüne stehen. Zuvor befanden sich die Fortuna-Anhänger zum Teil auch auf der Haupttribüne (Pokalspiel 2006). Diese brisante Konstellation wird es diesmal nicht geben.

Der Sicherheitsstandard fürs Derby treibt kuriose Blüten. So werden heute Abend zwei Notärzte samt Teams im Stadion in Bereitschaft sein. Grund für die Doppelung: Wenn sich doch WSV- und Fortuna-Fans in die Quere kommen, sollen die Streithähne am Behandlungsplatz nicht wieder aufeinandertreffen.

Das Hinspiel in der LTU-Arena am 8. November 2008 wurde von Ausschreitungen inner- und außerhalb des Stadions überschattet. Es gab mehrere Verletzte und elf demolierte Straßenbahnen. Laut Polizei wurden nach Auswertung des Videomaterials mehrere Stadionverbote ausgesprochen.

In Düsseldorf liegen Fortuna-Fans und die Polizei derzeit im Clinch. Nachdem 250 Fortuna-Anhänger am vergangenen Sonntag vor dem Fortuna-Heimspiel gegen Union Berlin eingekesselt wurden, gab es Kritik am angeblich überzogenen Polizei-Einsatz.

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