Bei einem Brand sterben eine Mutter (24) und ihre beiden Töchter.

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In dem alten Mehrfamilienhaus an der Weißenburgstraße breitete sich das Feuer von der Wohnung im dritten Stock rasend schnell bis ins Dachgeschoss aus.

In dem alten Mehrfamilienhaus an der Weißenburgstraße breitete sich das Feuer von der Wohnung im dritten Stock rasend schnell bis ins Dachgeschoss aus.

Am späten Vormittag informierten sich der türkische Generalkonsul Firat Sunel (Mitte) und Oberbürgermeister Peter Jung (rechts im Bild) über die Lage am Einsatzort.

Die Feuerwehr setzte Drehleitern ein, um den Brand zu löschen und die Bewohner aus dem Haus zu holen.

Wolfgang Westerholz, Bild 1 von 3

In dem alten Mehrfamilienhaus an der Weißenburgstraße breitete sich das Feuer von der Wohnung im dritten Stock rasend schnell bis ins Dachgeschoss aus.

Wuppertal. „Ich habe Schreie gehört – ganz unwirklich war das“, sagt Susanna Lahme (Namen der Betroffenen von der Redaktion geändert). Ihre Wohnung liegt im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Weißenburgstraße. Gegen 8.45 Uhr war im Nebenhaus aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Dabei starben eine junge Mutter und ihre beiden zwei und fünf Jahre alten Töchter. Die Opfer lebten im dritten Stock des viergeschossigen Eckhauses.

 

„Ich habe nur noch meine Hose angezogen und bin rausgelaufen.“

Hamza Özgan, Hausbewohner

Laut Feuerwehr konnte sich nur der Familienvater (30) schwer verletzt aus den Flammen retten – er wurde per Hubschrauber in die Uni-Klinik nach Dortmund geflogen. Die beiden Töchter konnten nur noch tot geborgen werden. Die Mutter galt zunächst als vermisst. Ihre Leiche wurde erst gegen Mittag von der Kripo gefunden. Drei weitere von insgesamt 18 Hausbewohnern wurden durch den Brand so schwer verletzt, dass sie ins Krankenhaus mussten. Angehörige der betroffenen Familie und weitere Hausbewohner wurden im Nachbarschaftsheim von Rettungskräften und Seelsorgern betreut. Auch der Imam der islamischen Ditib-Gemeinde an der Gathe war vor Ort, um den Angehörigen der Opfer Trost zu spenden.

Der 25-jährige Hamza Özgan stand noch sichtlich unter Schock: „Nachbarn haben bei mir geklingelt und gesagt, es brennt. Ich habe nur noch meine Hose angezogen und bin rausgelaufen.“

Der Generalkonsul der türkischen Botschaft kam nach Wuppertal

Mit seinen Eltern wohnt Özgan im ersten Stock des Brandhauses, das nach den Löscharbeiten komplett unbewohnbar geworden ist. Hamza Özgan und seine Mutter werden vorerst bei Verwandten unterkommen. Der Vater geschäftlich vereist.

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten mehr als fünf Stunden. Am Einsatz beteiligt waren Löschzüge und Rettungswagen aus Elberfeld und Barmen. Die Freiwillige Feuerwehr war mit Löschzügen aus Uellendahl und vom Dönberg vor Ort. Die Johanniter-Unfallhilfe errichtete eine Versorgungsstelle für die Retter.

um Brandhergang können Polizei und Feuerwehr noch keine Angaben machen. Fest steht, dass sich das Feuer in dem Altbau rasend schnell ausbreitete. Das Dämmmaterial aus Zwischendecken brannte wie Zunder. „Zusätzlich wurden unsere Löscharbeiten durch die Lage des Hauses erheblich beeinträchtigt“, sagt Feuerwehrsprecher Michael Schwarz.

Das von der Feuerwehr mittels Drehleiter gerettete Ehepaar musste ambulant behandelt werden. Bei den 73- und 76-Jährigen wurde eine leichte Rauchgasvergiftung festgestellt. Die drei Verstorbenen wurden von einem Bestatter in die Gerichtsmedizin gebracht.

Vor Ort war auch Oberbrügermeister Peter Jung: „Ein ganz tragischer Unglücksfall. Wuppertal trauert mit den Angehörigen.“

Jung wurde zwischen zwei Neujahrsempfängen über den Brand informiert. Mit dem türkischen Generalkonsul, Firat Sunel, der aus Düsseldorf angereist war, besuchte er die Angehörigen im Nachbarschaftsheim. Der Generalkonsul bedankte sich im Namen aller in Wuppertal lebenden Türken ausdrücklich bei den Rettungskräften für ihren schnellen Einsatz.

Zum genauen Hergang des Brandes kann die Polizei indes noch keine Angaben machen. Polizeisprecher Alexander Kresta zufolge dauern die Ermittlungen an. Spezielle Brandermittler der Kriminalpolizei untersuchen die Umstände des Feuers. Brandstiftung als Brandursache schließt die Polizei aber aus.