Mit einem Wohnungswechsel tun sich gerade ältere Senioren schwer. Doch ein Sturz oder ein anderer Unfall kann vieles verändern.

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Immer mehr Senioren leben in Gemeinschaftswohnungen, die zudem behindertengerecht ausgebaut sind.

Immer mehr Senioren leben in Gemeinschaftswohnungen, die zudem behindertengerecht ausgebaut sind.

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Immer mehr Senioren leben in Gemeinschaftswohnungen, die zudem behindertengerecht ausgebaut sind.

Wuppertal. Wie verbringe ich die letzten Lebensjahre? Darüber machte sich Ingolf Hilby oft Gedanken. Doch dann ging alles viel zu schnell. „Nach einem Unfall in meiner Wohnung in Cronenberg fiel ich ins Koma. Zum Glück fand mich ein Nachbar“, berichtet Hilby. Nach mehreren Krankenhausaufenthalten war klar: „Ich kann nicht mehr alleine wohnen.“

Sicherheit ist für Senioren von zentraler Bedeutung

Heute wohnt Hilby in einer Gemeinschaftswohnung im Bornscheuerhaus in Langerfeld. „Das Thema Sicherheit ist ein wichtiger Punkt“, sagt Sabine Kersebaum, Sozialarbeiterin der Diakonie. Gerade wenn der langjährige Ehepartner verstirbt, Lebenskrisen und Kontaktarmut hinzukommen, wird es schwierig. Meist nach einem Unfall muss der ältere Mensch die Wohnung aufgeben und in kürzester Zeit eine Alternative finden.

Die Einwohnerstruktur Wuppertals hat sich gewandelt. „Mieterwechsel führen zu Veränderungen langjähriger Hausgemeinschaften“, erzählen Elfriede Hess und Ingrid Rohleder, Besucher des Seniorenforums, Nachbarschaftsheim Wuppertal. „Sozialarbeiter dienen als Katalysator, wenn es darum geht, Nachbarschaft zu stärken“, beschreibt Sabine Kersebaum ihre Aufgabe. „Hier fällt doch gleich auf, wenn jemand lange nicht kommt“, bestätigt Johanna Niedermüller vom Seniorenforum.

Im Nachbarschaftsheim gibt es Informationen zu Diensten, die die Versorgung zu Hause ermöglichen. „Bewegung und geistige Mobilität sind im Alter wichtig, so dass ein Unfall oder Sturz nicht gleich dramatische Folgen haben muss“, weiß Johanna Niedermüller. „Immer mehr ältere Bürger haben Anspruch auf Unterstützung, beziehen Pflegegeld oder andere soziale Leistungen“, sagt Jürgen Kebeck von der Caritas. Senioren haben oft Probleme in Wohnungen mit älterer Bausubstanz, wenn sie die Badewanne nicht mehr nutzen können, oder wenn es im Haus keinen Fahrstuhl gibt.

Ab 60 an behindertengerechtes Wohnen denken

Das Umdenken fällt schwer. Wo jahrelange Versuche von Angehörigen keinen Erfolg brachten, können Gespräche mit Sozialarbeitern oder Pflegepersonal bewirken, dass der ältere Mensch seine Ansicht ändert. „Spätestens ab dem 60. Lebensjahr sollte man daran denken, in eine behindertengerechte Wohnung zu ziehen“, schlägt Kebeck vor.

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