Der Vorstand hält trotz Kritik an der Preispolitik fest.

Sparkassenchef Gunther Wölfges.  Archivfoto. Andreas Fischer
Sparkassenchef Gunther Wölfges. Archivfoto. Andreas Fischer

Sparkassenchef Gunther Wölfges. Archivfoto. Andreas Fischer

Sparkassenchef Gunther Wölfges. Archivfoto. Andreas Fischer

Wuppertal. Bei der Stadtsparkasse stehen die Telefone seit einigen Tagen nicht mehr still. „Tausende“, sagt Vorstand Gunther Wölfges auf die Frage, wie viele Kunden sich gemeldet haben. Die neue Kontenwelt des Wuppertaler Marktführers stößt nicht auf ungeteilte Gegenliebe. „Aber wenn wir sie den Leuten in Ruhe erklären können, dann sind die allermeisten überzeugt“, sagt Wölfges.

Zu erklären gibt es viel. Die drei verschiedenen Grundpreise beispielsweise. „Aktiv“ (3,90 Euro im Monat) für Kunden, die Online-Banking bevorzugen. „Comfort“ (7,90 Euro) für die heute gängigen Konten und „Premium“ (12,90 Euro) für Leute, die eine goldene Kreditkarte brauchen. Die Auswahl ist dem Kunden überlassen.

Das alles ist zunächst nicht ganz einfach, zumal damit auch noch ein Cash-Back-Verfahren verbunden ist. Wer in Wuppertal mit seiner Kontokarte bezahlt, bekommt vom Einzelhandel Rabatte. Die seien so hoch, dass sie die Mehrkosten für das Konto bei normalem Einkaufsverhalten schnell aufwiegen, heißt es. Wie viele Händler mitmachen, ist aber noch nicht klar. Ende Mai soll es eine erste Liste geben. Bis Ende 2016 will die Sparkasse 200 Geschäfte mit ins Boot geholt haben.

Verständnis für die teils sehr emotionalen Reaktionen

Wölfges ist von dem neuen System überzeugt. Kritik einiger Kunden und aus der Politik schüchtern ihn nicht ein. „Mit dem Cash-Back-Angebot sorgen wir doch auch dafür, dass Wuppertaler Geld in Wuppertal bleibt“, sagt er.

Es geht aber auch um mehr Geld für die Sparkasse. „Wie haben 34 Filialen in der Stadt, rund 600 Mitarbeiter beraten Kunden persönlich. Das ist so, und das soll so bleiben. Aber das kostet auch Geld.“ Die Sparkasse habe ihre Kontogebühren seit zwölf Jahren nicht erhöht.

Für die teils sehr emotionalen Reaktionen hat der Sparkassenvorstand Verständnis. „Ja, wir haben in der Kommunikation offensichtlich Fehler gemacht. Aber dass man uns vorwirft, wir wären nicht ehrlich, das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar.“

Am Freitag tagt der Verwaltungsrat der Sparkasse. Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) hat ihn einberufen, nachdem Linke und FDP mit dem Thema OB-Wahlkampf zu machen versuchten. Das Gremium setzt sich aus Politikern und Personalvertretern der Sparkasse zusammen. Einfluss auf die Preisgestaltung hat es nicht.

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