Wuppertaler Aussteller auf der Düsseldorfer Messe. Käufer stammen aus aller Welt.

Dieter Wauer (links, Chef der Firma CHESA) und sein Mitarbeiter Martin Heitmann mit einem Modell der Yacht auf der sie stehen.
Dieter Wauer (links, Chef der Firma CHESA) und sein Mitarbeiter Martin Heitmann mit einem Modell der Yacht auf der sie stehen.

Dieter Wauer (links, Chef der Firma CHESA) und sein Mitarbeiter Martin Heitmann mit einem Modell der Yacht auf der sie stehen.

Stefan Arend

Dieter Wauer (links, Chef der Firma CHESA) und sein Mitarbeiter Martin Heitmann mit einem Modell der Yacht auf der sie stehen.

Düsseldorf. Elegant ist sie, luxuriös und mit 12,60 Länge etwas zu groß für die Wupper, die Motoryacht Austin Parker 42. Für 619 230 Euro inklusive Mehrwertsteuer bekommen maritime Vagabunden aber auch eine Menge geboten. "Das Beiboot ist unter Deck und wird mit einem Kran herausgehoben, außerdem gibt es noch eine Meerwasserentsalzungsanlage", sagt Martin Heitmann vom Wuppertaler Unternehmen Chesa Yacht, das Boote wie die Austin Parker importiert und verkauft. "Damit ist man völlig autark, man muss sich nur noch um den Diesel kümmern", sagt er.

Lieferzeiten reichen bis in den August

Vor sechzehn Jahren hat sein Freund Dieter Wauer damit angefangen, Katamarane zu bauen. Daraus wurde dann das Unternehmen Chesa Yacht und Heitmann rechte Hand von Geschäftsführer Wauer. Ob sich der Auftritt auf der boot für die Wuppertaler gelohnt hat, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Heitmann: "Wir haben viele neue Kontakte geknüpft, ob wir aber auch Geschäfte machen werden, entscheidet sich erst in den Wochen nach der Messe."

Immerhin, von der Wirtschaftskrise merkt man hier nichts, denn das Kundenspektrum ist breit gestreut. "Zu uns kommt der gute deutsche Mittelstand. Wir haben aber auch viele Käufer aus Russland oder Saudi-Arabien." Von der Austin Parker sind insgesamt bereits acht Boote verkauft, potentielle Neukunden müssten auf die Auslieferung bis August warten.

Die Boote, die Alfred Spreu im Angebot hat, sind dagegen sofort verfügbar - und um einiges kleiner. Spreu vertreibt selbstentwickelte Schlauchboote, robust und wildwassertauglich. Er findet, dass die boot sich zu einer regionalen Leistungsschau zurückentwickelt hat. "Die Messen graben sich leider gegenseitig das Publikum ab, zu meinem Stand kommt immer weniger internationales Publikum", sagt er. Und das ist für ihn lebenswichtig, denn seine Spreu-Boote fahren auf allen Kontinenten.

"Unsere Kunden sind weniger Privatleute, wir beliefern Verleiher und Veranstalter, hauptsächlich aus dem Profibereich." Und so kommt es, dass Touristen aus dem Bergischen auch im Indien- oder Honduras-Urlaub mit Rafting-Booten aus Wuppertal zur Wildwasserfahrt aufbrechen können. Das Messegeschäft sei in den letzten Jahren zurückgegangen und habe sich inzwischen auf einem niedrigen Niveau eingependelt, findet Spreu. "Ich muss jedes Jahr wieder mit mir kämpfen, ob ich zur nächsten Messe noch einmal hinfahre". Nachdenklich sagt er dann: "Zu 90 Prozent bin ich aber auch im nächsten Jahr wieder dabei."

Von solchen Sorgen völlig unbelastet sind dagegen Timo Beelow und Wojtek Nawrot. Die beiden wurden von der Messe eingeladen, damit sich gestresste Besucher an ihrem Crossboccia-Parcours entspannen können. "Die Idee für Crossboccia ist nicht neu, neu sind nur die Bälle", sagt Beelow und erklärt seine Erfindung. Diese sind aus Stoff und so weich, dass sie nicht wegrollen können. "Normale Bocciakugeln sind im Gelände nicht zu kontrollieren", weiß er und freut sich über die vielen Menschen, die bei ihnen Boccia über Treppen, Schrägen und Bänke spielen. "Das positive Feedback der Besucher gibt uns recht, dass wir hier hingekommen sind", findet er, auch wenn die großen Geschäftsabschlüsse ausgeblieben sind. "Hauptsache ist doch, dass Crossboccia bekannter wird". Dann wird es vielleicht der nächste Trendsport.

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