Die Umweltprämie für verschrottete Alt-Autos weckt Hoffnung auf bessere Verkaufszahlen.

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Der Recyclinghof der AWG am Deutschen Ring: Hier könnten die alten Autos landen.

Der Recyclinghof der AWG am Deutschen Ring: Hier könnten die alten Autos landen.

Uwe Schinkel

Der Recyclinghof der AWG am Deutschen Ring: Hier könnten die alten Autos landen.

Wuppertal. Nachdem das neue Konjunkturprogramm bekannt ist, rechnen viele Wuppertaler nach: Wie viel ist das eigene Auto derzeit wert? Wie lange braucht es noch, bis es neun Jahre alt ist - und im Falle einer Verschrottung mit angeschlossenem Kauf eines Neu- oder Jungwagens eine Umweltprämie von 2500 Euro ins Portemonnaie fließt?

Der Bestand an Altautos in der Stadt ist jedenfalls riesig. So hätten bis vor Kurzem allein 20.000 Wagen schon nicht mehr den Anforderungen der Umweltzonen entsprochen. Kein Wunder also, wenn bei den Autohändlern jetzt Hoffnung aufkommt.

Für Hans-Joachim Flohr von Aurego stellt die Prämie deshalb auf jeden Fall ein gutes Kauf-Argument dar - gerade angesichts des hohen Durchschnittsalters der Autoflotte in Wuppertal. Die alten Wagen aus dem Verkehr zu ziehen, sei genau der richtige Schritt - und außerdem gut für die Umwelt. Zusammen mit attraktiven Angeboten des Handels werde der Kauf von Neu- und Jungwagen also so attraktiv wie selten zuvor, meint Flohr.

Die ersten Interessenten waren schon da

Georg Brede, Automobilkaufmann beim Autohaus Jungmann, sagt: "Am Dienstag, als die Nachricht bekannt wurde, waren schon vier Interessenten bei uns, die sich über die neue Umweltprämie informieren wollten." Brede steht der Neuerung positiv gegenüber und fügt hinzu: "Ich glaube schon, dass die Abwrackprämie Kaufanreize für die Kunden schafft." Generell müsse man allerdings erst die genauen Bedingungen abwarten.

Auch Mercedes-Vertriebsleiter Jürgen Walker wertet die Prämie als Chance: Denn rund zwei Drittel aller Verkäufe laufen unter anderem über die Inzahlungnahme von Altautos. Und auch bei Mercedes-Kunden sind viele Autos darunter, die mehr als neun Jahre auf dem Buckel haben.

"Das ist ein Licht in der Finsternis und der Flut von schlechten Nachrichten."

Dirk Weddigen von Knapp

Die Umwelt- oder auch Abwrackprämie beträgt 2500 Euro. Sie wird für Autozulassungen bis zum 31.12.2009 gewährt.

Das Altfahrzeug, das verkauft werden soll, muss mindestens neun Jahre alt und mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen sein. Dieses Auto muss verschrottet werden und gleichzeitig ein Neu- oder Jahreswagen gekauft werden.

Nach Angaben auf ihrer Internetseite hat die Bundesregierung insgesamt 1,5 Milliarden Euro eingeplant, um die Pkw-Nachfrage zu stärken. Die Abwrackprämie ist Teil des Konjunkturpaketes II. (cat)

Dirk Weddigen von Knapp, Geschäftsführer bei Gottfried Schultz, nennt die Umweltprämie gerade in der derzeitigen Flut von schlechten Nachrichten "ein Licht in der Finsternis". "Wir reden über viele Kunden, die sich mit alten Möhrchen aufrecht halten." Vor allem für Fahrer mit einem schmalen Finanzbudget könne die Abwrackprämie ein Anreiz sein: "Und eine Anzahlung für den Neuwagen in Höhe von 2500 Euro macht eine Finanzierung möglich, die es dem Familienvater leichter macht."

Bei einigen Autohändlern gibt es daher bereits Überlegungen, die Umweltprämie in das Marketing miteinzubeziehen - oder zusätzliche Anreize wie eine Erhöhung der Prämie in Aussicht zu stellen.

Gegensätzlich ist die Einschätzung von Sascha Ritter (Autohaus Procar). Er glaubt nicht, dass seine Firma von der Abwrackprämie profitiert: "Es trifft nicht ganz unsere Zielgruppe." Ritter geht nicht daher davon aus, "dass die Verkaufszahlen jetzt nach oben schnellen."

Andere Wuppertaler Autohäuser wollten noch keine Einschätzung zur Umweltprämie geben.

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