Rund 8500 Menschen fanden einen Job. Dennoch steigt die Zahl der Hartz-IV-Empfänger.

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Wuppertal. Obwohl im vergangenen Jahr rund 8500 vormals Arbeitslose eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt gefunden haben, ist die Zahl der Menschen in Wuppertal, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, gestiegen. So waren in Wuppertal rund 1700 Haushalte mehr auf Sozialleistungen angewiesen als noch im Jahr 2008. Und das obwohl rund 20 Prozent der Hilfeempfänger erwerbstätig sind - rund vier Prozent davon sogar in Vollzeit. Den Grund dafür sieht Thomas Lenz, Chef der Arge, vor allem bei der Lohnentwicklung. "Die Menschen können von ihrem Einkommen nicht mehr leben." Insgesamt sind in Wuppertal 45.000 Menschen auf Sozialleistungen angewiesen.

Jedes dritte Kind in Wuppertal lebt in armen Verhältnissen

Dass immer mehr Menschen trotz Arbeit von Armut bedroht sind, bereitet auch Sozialdezernat Stefan Kühn Sorgen. "Schon jetzt lebt jedes vierte Kind in einer Familie, die Hartz-IV-Leistungen bezieht. Wenn man jetzt noch die Familien hinzu rechnet, die zwar keine Leistungen beziehen, aber dennoch ein kaum höheres Einkommen haben, ist es schon jedes dritte Kind in Wuppertal, das in armen Verhältnissen lebt." Und der Blick in die Zukunft bietet kaum Grund für Optimismus. Denn viele Unternehmen können nicht alle ihre Mitarbeiter mit Kurzarbeit durchbringen. Hinzu kommen die Menschen, die jetzt noch Arbeitslosengeld I (ALG I) beziehen, aber ab Februar, wenn sie keine Stelle finden, ins Arbeitslosengeld II rutschen. "Wir rechnen damit, dass in diesem Jahr noch einmal 2000 bis 3000 Bedarfsgemeinschaften hinzukommen", sagt Lenz. Und obwohl das Ende der Arge schon so gut wie besiegelt ist - ab 2011 sollen Arbeitsagentur und kommunale Verwaltung getrennt werden -, übt man sich in Zuversicht. "Es ist unsere Pflicht bis zum 31. Dezember, 24 Uhr, Gas zu geben", sagt Lenz. Zur Verfügung hat die Arge dafür rund 42 Millionen Euro, das sind 2 Millionen Euro mehr als 2008. Gefördert werden sollen damit vor allem junge Menschen, Alleinerziehende und Ausländer. Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei der Vermittlung von ALG-Beziehern, die wegen ihrer kurzen Arbeitslosigkeit gute Chance auf eine Anstellung haben.

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