Die Auftragsbücher sind voll, doch die Cleff-Gruppe ist nicht zahlungsfähig.

Das Unternehmen Cleff hat Tradition.
Das Unternehmen Cleff hat Tradition.

Das Unternehmen Cleff hat Tradition.

Stefan Fries

Das Unternehmen Cleff hat Tradition.

Wuppertal. Die Carl Wilhelm Cleff GmbH & Co. KG, Spezialist für die Herstellung von Fahrzeugfenstern, und die Cleff Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, Belüftung und Beleuchtung für Fahrzeuge, haben am 4. August Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind 250 Mitarbeiter des Traditionsunternehmens, das seinen Firmensitz Vor der Beule 25 hat.

Jens Schmidt wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter beider Unternehmen bestellt. Er sieht gute Chancen, die Cleff-Unternehmensgruppe zu sanieren. „Ich bin nach einer Woche Bestandsaufnahme sehr zuversichtlich, dass die Sanierung gelingt, denn die Auftragsbücher sind voll. Es gibt sehr gute Kunden, sehr gute Zulieferer und nicht zuletzt sind die Mitarbeiter sehr motiviert“, sagt Schmidt. Nach Auskunft des Betriebsrates wurde ein Gehalt verspätet ausgezahlt. Das Insolvenzgeld hat nun der Insolvenzverwalter vorfinanziert. Die Produktion läuft weiter.

Am 1. Oktober wird das Insolvenzverfahren eröffnet

Als Grund für die drohende Insolvenz nennt Schmidt die fehlende Zahlungsfähigkeit der Unternehmen: Ursache seien Unstimmigkeiten zweier Gesellschafterkreise in der Cleff-Gruppe. „Da mich das Amtsgericht bewusst zum vorläufigen Insolvenzverwalter beider Unternehmen bestimmt hat, sind die alten Unstimmigkeiten nicht mehr relevant“, sagt der Fachanwalt für Insolvenzrecht. Am 1. Oktober sollen die Insolvenzverfahren eröffnet werden.

Die Firma Carl Wilhelm Cleff GmbH & Co. KG stellt Fahrzeugfenster für Schienenfahrzeuge, Busse, Lastwagen und Sonderfahrzeuge her. Kunden des 1935 gegründeten Unternehmens sind unter anderen Mercedes-Benz, MAN oder Bombardier. Auch die Firma Vossloh zählt dazu, die die neuen Schwebebahnwagen baut. Auf eine ähnliche Kundenreferenzliste kann die Cleff Fahrzeugteile GmbH & Co. KG bauen.

Torsten Lankau, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Wuppertal, ist zuversichtlich, dass sich Lösungen für die Mitarbeiter finden lassen. Ein Sanierungskonzept werde aber auch Verzichte bedeuten. Heute soll es weitere Gespräche zwischen Betriebsrat, Insolvenzverwalter und der IG Metall geben. Lankau glaubt, dass eine Insolvenz abgewendet werden kann. Um das zu erreichen, werde in den kommenden Wochen und Monaten Überzeugungsarbeit erforderlich sein. „Wir haben viele Gespräche auch mit Lieferanten geführt, die um Vorkasse gebeten haben“, sagt Schmidt. Eine zeitliche Grenze für den Sanierungsplan setzt er sich nicht. ab

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