Mit einer neuen Strategie will Wuppertal sich als attraktiver Wohnstandort präsentieren.

Wuppertal. Die Stadt sucht schon lange nach Lösungen, um beispielsweise die Siedlung Schmitteborn schlicht vom Erdboden verschwinden zu lassen. Doch Anreize in Form von Fördermitteln für die Eigentümer gibt es nicht - auch nicht vom Land. Umstände, die es nicht einfacher machen, in Sachen Wohnen eine neue Strategie einzuschlagen. Die Stadt versucht es nun trotzdem, gibt der Modernisierung des Bestands, den Neubauten und vor allem dem Marketing eine langfristige Perspektive.

Doch die speziellen Wuppertaler Rahmenbedingungen machen das nicht einfacher: Der Bevölkerungsschwund führt laut Prognose dazu, dass im Jahr 2025 schon rund 20.000 Wohnungen (14,3 Prozent) in Mehrfamilienhäusern in Wuppertal leer stehen. Der Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern liegt mit 19,7 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der kreisfreien NRW-Städte. Und nur 10 Prozent des Wuppertaler Wohnungsbestandes gehören zu Wohnungsunternehmen. 90 Prozent gehören also Privatpersonen, die bei Umbauten mit ins Boot geholt werden müssen.

Viel Leerstand, aber zu wenig Qualität im Angebot

Und trotzdem: Die Experten gehen davon aus, dass es in Wuppertal auch langfristig zu wenige Ein- und Zweifamilienhäuser gibt, bauwillige Familien also auch künftig neue Angebote brauchen. Trotz insgesamt sinkender Nachfrage nach Wohnungen in Mehrfamilienhäusern bleibt zudem der Bedarf nach qualitativ hochwertigerem Wohnraum in guter Lage.

Sowohl für die Einfamilienhäuser als auch für die Wohnungen geht die Stadt daher von einem weiteren Bedarf von jährlich rund 200 Wohneinheiten je Segment aus.

Stadtentwickler Michael Walde zufolge geht es darum, Wohnraum zu schaffen, der auch in 20 Jahren noch attraktiv ist. Inhaltlich geht es da um Energieeffizienz, weniger hohe Häuser und zum Beispiel Barrierefreiheit. Und dafür, so Baudezernent Frank Meyer, lassen sich anders als beim Rückbau nicht zukunftsfähiger Hochhauskomplexe (insgesamt gibt es in Wuppertal rund 8000 Wohnungen in Hochhäusern) auch Fördermittel erwirken.

190.000 Wohnungen gibt es in Wuppertal insgesamt - inklusive der Einfamilienhäuser. Doch in den Stadtquartieren geht die Schere in Sachen Lebens- und Wohnqualität stark auseinander. Ziel der Stadtplaner ist es daher auch, möglichst viele Familien und einkommensstärkere Gruppen in die Gründerzeitquartiere zu locken. Denn die gelten nicht nur als identifikationsstiftend - sie eignen sich auch für Stadt-Marketing, falls die Strategie aufgeht.

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