Die Firmengruppe Cleff musste vor mehr als anderthalb Jahren Insolvenz anmelden. Eine baldige Beendigung rückt näher.

Die Firmengruppe Cleff musste vor mehr als anderthalb Jahren Insolvenz anmelden. Eine baldige Beendigung rückt näher.
Die Firma Cleff in Nächstebreck wurde 1935 gegründet und ist ein großer Arbeitgeber im Wuppertaler Osten. Archiv

Die Firma Cleff in Nächstebreck wurde 1935 gegründet und ist ein großer Arbeitgeber im Wuppertaler Osten. Archiv

Stefan Fries

Die Firma Cleff in Nächstebreck wurde 1935 gegründet und ist ein großer Arbeitgeber im Wuppertaler Osten. Archiv

Nächstebreck. Es passiert nicht häufig im Insolvenzrecht, dass eine Firma sich aus eigener Kraft aus der Zahlungsunfähigkeit befreien kann. Doch der Carl Wilhelm Cleff GmbH & Co. KG mit Sitz an der Straße Beule scheint dies zu gelingen. Wenn alles gut läuft, könnte der Betrieb im Februar wieder selbstständig arbeiten. Zwei leitende Angestellte, Andreas Klostermeier und Michael Kemper, wollen das traditionsreiche Unternehmen in Nächstebreck übernehmen.

Es waren traurige Nachrichten im August vergangenen Jahres, als die Firmengruppe Cleff Insolvenz anmelden musste. 213 Mitarbeiter der beiden Automobilzulieferer Carl Wilhelm Cleff GmbH & Co. KG und Cleff Fahrzeugteile GmbH & Co. KG fürchteten um ihre Arbeitsplätze. 88 erhielten zeitnah die Kündigung.

Für 40 Beschäftigte von Cleff Fahrzeugteile gab es schon im Juli 2015 Entwarnung: Ein türkisches Unternehmen hatte den Betrieb unter dem neuen Namen Cleff Teknik am alten Standort übernommen. Doch damit gab es noch keine Antwort auf die Frage: Was soll aus der Schwesterfirma werden?

Insolvenzverwalter Jens Schmidt berichtet zudem von den nächsten schlechten Nachrichten: „Im August gab es einen erneuten Rückschlag, als ein Großkunde weggebrochen ist und es eine neue Entlassungswelle gab.“

Doch nun zeichnet sich eine Lösung ab und 54 Personen könnten ihre Arbeit im Bereich „Spezialverglasung für Schienenfahrzeuge“ behalten: Nachdem schon die Gläubiger einem Insolvenzplan zugestimmt haben, hat sich in dieser Woche auch die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) dafür ausgesprochen.

Die Firma Carl Wilhelm Cleff wurde 1935 als Automobilzulieferer gegründet und ist heute Spezialist für Fahrzeugverglasungen. Am 1. Oktober 2014 wurde das Insolvenzverfahren gegen die Unternehmensgruppe Cleff mit Sitz in Nächstebreck eröffnet.

Daraufhin gibt sich der IG-Metall-Bevollmächtigte Torsten Lankau nun zuversichtlich: „Eine Insolvenz umfasst viele Themen. Eine Tarifabweichung ist nur eines davon. Wir glauben, dass wir die Fortführung des Unternehmens mit einigen Verzichten mittragen können.“

Zwei Führungskräfte wollen den Betrieb übernehmen

So hätten sich die Gewerkschaftsmitglieder dazu bereiterklärt, für einige Zeit auf Teile des Gehaltes wie Weihnachts- und Urlaubsgeld zu verzichten. Des Weiteren würden zunächst 39 Wochenstunden gearbeitet, aber nur 35 bezahlt, erläutert er im Gespräch mit der WZ.

Ein weiterer Bestandteil des Insolvenzplans ist ein Sanierungskonzept, das die Übernahme des Betriebs durch Andreas Klostermeier und Michael Kemper, bisher Führungskräfte bei Cleff, vorsieht.

Nun fehlen noch einige letzte Schritte: Die Stadt und die Finanzbehörden müssen ihre Zustimmung erteilen, bevor dann das Gericht entscheidet, ob die Insolvenz tatsächlich beendet wird.

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