Vor 21 Jahren galt das Einkaufszentrum als eines der modernsten seiner Art. Nun will Uwe Matthias es neu erfinden.

Vor 21 Jahren galt das Einkaufszentrum als eines der modernsten seiner Art. Nun will Uwe Matthias es neu erfinden.
Die Rathaus-Galerie soll im Elberfelder Einzelhandel auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Die Rathaus-Galerie soll im Elberfelder Einzelhandel auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Andreas Fischer

Die Rathaus-Galerie soll im Elberfelder Einzelhandel auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Wupppertal. Die Rathaus-Galerie in Elberfeld hat einen neuen Manager. Uwe Matthias (51) ist angetreten, das Einkaufscenter im Herzen Elberfelds auf Zukunft zu trimmen. Erste Veränderungen sind bereits sichtbar. Seit wenigen Tagen empfängt ein Fanshop des Handball-Bundesligisten Bergischer HC und des Fußball-Oberligisten Wuppertaler SV die Besucher. Im 2. Obergeschoss ist das Talkontor entstanden. Mit diesem Ladenlokal versucht das Projekt „Online City“ den stationären und digitalen Einzelhandel zu verbinden.

„Wir sind dabei, ein neues Konzept für das Haus zu entwickeln“, sagt Matthias. Der 51 Jahre alte gelernte Bankkaufmann beschäftigt sich seit Jahren mit Einkaufszentren. Die Rathaus- Galerie ist ihm dabei ein besonderes Anliegen. „Ich bin Wuppertaler“, erklärt er.

Das 1994 eröffnete Center gegenüber dem Elberfelder Rathaus hat seine besten Zeiten hinter sich. Online-Handel einerseits und die später entstandenen City-Arkaden andererseits haben die Zahl der Kunden gesenkt. Außerdem hatte die Galerie mit ihren Center-Managern nicht immer Glück.

Mit Matthias soll das nun besser werden. Mehr Gastronomie, wertiger Einzelhandel, mehr Frequenz. „Wir müssen die Rathaus-Galerie wieder in Erinnerung rufen. Wir sind das Tor zur Stadt. Erst recht, seit die B 7 gesperrt ist.“

Für den Einzelhandelsverband (EHV) spielt die Rathaus- Galerie in Elberfeld eine wichtige Rolle. Der Hauptgeschäftsführer des EHV sieht aber auch die Risiken für den Einzelhandelsstandort. „Der Döppersberg wird die Kundenströme verändern. Wir müssen überlegen, wie wir ihn trotzdem in alle Ecken der Innenstadt lenken können“, sagt Ralf Engel. Dabei könne auch die Rathaus-Galerie ein wichtiger Magnet sein. Engel fordert ein Gesamtkonzept für die City. „Das muss Ende 2017 stehen“, sagt er. Engel setzt Hoffnung in die Immobilien-Standort-Gemeinschaft Poststraße und setzt sich dafür ein, dass der Neumarkt frei und wieder ein zentraler Stadtplatz wird. „Der Wochenmarkt könnte auf den Willy-Brand-Platz vor der Rathaus-Galerie umziehen“, schlägt er vor.

Der Chef der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, Rolf Volmerig, sieht für die Rathaus-Galerie gute Chancen. Er meint zwar auch, dass das Haus ein neues Konzept braucht, sieht aber Potenzial. „Die Galerie ist auf allen Etagen ebenerdig zu erreichen. Aber ein Patentrezept habe ich natürlich auch nicht“, sagt Volmerig und kündigt einen „Dialog-Prozess“ an. „Fest steht aber, dass es in Wuppertal Druck auf Einzelhandelsflächen gibt“, sagt Volmerig. Das habe zuletzt die Immobilien-Messe Expo Real gezeigt. „Wuppertal ist im Fokus der Investoren. Wir sind von einem B-Standort zu einem starken B-Standort geworden.“

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