Ralf Ehser (re.) von der Deutschen Bank zeichnete das Wavescape-Tam aus.
Ralf Ehser (re.) von der Deutschen Bank zeichnete das Wavescape-Tam aus.

Ralf Ehser (re.) von der Deutschen Bank zeichnete das Wavescape-Tam aus.

Andreas Fischer

Ralf Ehser (re.) von der Deutschen Bank zeichnete das Wavescape-Tam aus.

Elberfeld. Das dumpfe Bummern hat alle Qualitäten, um sich als Nervensäge zu etablieren. Doch es gibt mindestens einen Trost: Im Raum befindet sich ein Schalter, über den sich der Spuk beenden lässt. Gänzlich anders sieht das aus, wenn das quälende Dröhnen von außen ins Schlafzimmer dringt.

Ihre Innovationen brachten der Firma schon den Wirtschaftspreis

Wavescape Technologies, seit fünf Jahren im Gebäude der W-tec an der Lise-Meitner-Straße tätig, haben ein System entwickelt, das dem Lärm mit der Gegenfrequenz zu Leibe rückt und so den Quälgeist in die Knie zwingt. Nachdem das Team 2011 im Rahmen des Wuppertaler Wirtschaftspreises zum Jungunternehmen des Jahres gewählt wurde, folgte am Montag zum fünfjährigen Bestehen eine weitere Auszeichnung: Wavescape ist Preisträger im „Land der Ideen“.

Seit 2005 werden deutschlandweit jährlich 365 Ideengeber in das Pantheon der großen Erfinder gehoben. In einem Land, das wenig Rohstoffe besitze, sei die Fantasie die wichtigste Ressource, rief Ralf Ehser von der Deutschen Bank Wuppertal ins Gedächtnis. Mit „Land der Ideen“ werbe Deutschlands Politik und Wirtschaft für dieses Markenzeichen, ergänzte Emanuel von Bodman, der das Management für das Label betreibt.

Technik hat ihren Preis: 3000 bis 4000 Euro

Wavescape sei gewiss nicht arm an Ideen, sagte Geschäftsführer Carsten Winkler am Montag bei der Preisverleihung. Ihm selbst falle als Kaufmann die leichtere Aufgabe zu, er müsse das Produkt nur erklären und vermarkten. Enttäuschen müsse er allerdings jene Frauen, die darauf hoffen, dass der Lärmkiller das Schnarchen ihres Mannes beseitigen könne. Schließlich sei es kaum möglich, den Herrn mit einem Lautsprecher auszustatten.

Tatsächlich greift das System am ehesten bei einem Dauergeräusch niederer Frequenz. Hohe Töne können nur teilweise ausgeschaltet werden, so dass von den meisten Lärmquellen Restgeräusche bleiben. Die Wirkung ist trotzdem verblüffend stark, so dass aus einem Nervtöter ein Leisetreter wird.

Mehr als 2000 deutsche Firmen und Institutionen haben sich in diesem Jahr um die Auszeichnung „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ beworben. Unter den Preisträgern befindet sich mit der Evangelischen Altenhilfe Wichlinghausen noch eine weitere Einrichtung aus Wuppertal.

Die Auszeichnung ist nicht mit einem Geldpreis verbunden. Vielmehr gehen die Initiatoren – unter anderem die Deutsche Bank – davon aus: Der Preis und der verliehene Pokal sind so werbewirksam, dass das den Wert eines Geldpreises übersteigt. Mehr Infos:
www.land-der-ideen.de

Als Sensor fungiert in der Regel ein Mikrofon. Die aufgenommenen Frequenzen werden in einem Prozessor ausgewertet, der die Befehle für den erforderlichen Gegenschall ausgibt. Dieser wird über einen Lautsprecher ausgesendet.

Je nach Dimension der Lärmquelle passt das System gut in eine verborgene Zimmerecke. Großes Hemmnis beim Einsatz für den Hausgebrauch ist derzeit noch der Preis. Mit 3000 oder 4000 Euro müsse man rechnen. Das sei allerdings eine Investition in die eigene Gesundheit.

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