Doch die aktuellen Daten sind alles andere als erfreulich. Jobabbau erwartet.

Wuppertal. Die gefühlte Lage ist gar nicht so schlecht: Immerhin 35 Prozent der 400 Unternehmen, die sich an der IHK-Konjunkturumfrage beteiligt haben, erwarten im Laufe des Jahres einen Aufschwung. Auch mit dem Geschäftsklimaindex geht es in "kleinen Tippelschritten" mit einem Wert von jetzt minus 42 aufwärts, so IHK-Präsident Friedhelm Sträter. Zudem will ein Viertel der Unternehmen wieder mehr investieren. Aber das war es auch schon. Wer weitere positive Vorzeichen aus der Wirtschaft sucht, der wird enttäuscht.

"Irgendwann müssen wir der Wahrheit ins Auge schauen."

Friedhelm Sträter

Denn insgesamt bleibt die wirtschaftliche Lage alles andere als erfreulich: Jedem zweiten bergischen Unternehmen geht es schlecht. Die Wuppertaler Industrie-Firmen hat es schon zu Beginn der Wirtschaftskrise im dritten Quartal des Jahres 2008 heftig erwischt. Doch der November des Jahres 2009 brachte im Vergleich zum ohnehin schwierigen November 2008 noch einmal einen weiteren kräftigen Umsatzeinbruch von gut zehn Prozent.

Sträter erwartet auch deshalb, dass nach Ablauf des ersten Quartals Belegschaften abgebaut werden. Nach der Kurzarbeit komme dann die nächste Stufe. Da müsse man der Wahrheit ins Gesicht schauen.

In den Unternehmen ginge es häufig schlicht um Überlebensstrategien, darum, die Stammanschaften und die Liquidität zu erhalten.

Heute legte auch die Agentur für Arbeit die neuesten Zahlen vor: Demnach ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar auf 21 470 und damit eine Quote von 12,1 Prozent gestiegen. Das sind 1000 Arbeitslose mehr als im Dezember, aber immer noch etwa 1200 weniger als im Vorjahr.

Die Kurzarbeit bleibt auf hohem Niveau: 417 Wuppertaler Betriebe haben für etwa 12 550 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Im vergangenen Jahr zahlte die Agentur für Firmen in Wuppertal, Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus knapp 33 Millionen Euro Kurzarbeitergeld. Im Jahr 2008 waren es 552.000 Euro.

Trotzdem suchen derzeit mehr Unternehmen als im vergangenen jahr nach Arbeitskräften. Der Agentur wurde 440 sozialversicherungspflichtige Stellen neu gemeldet, 24 mehr als vor einem Jahr. Gesucht sind in Wuppertal derzeit unter anderem offenbar Krankenpfleger, Elektroinstallateure, Bürofachkräfte, Arzthelferinnen, Erzieherinnen, Sozialarbeiter Köche und Verkäufer im Lebensmittelhandwerk.

Im Berufsinformationszentrum gibt es am 23. Februar eine Infobörse zu Berufen in Pflege und Gesundheit.

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