Banken, Lieferant, Firma und Belegschaft ziehen bei der Happich Fahrzeug & Industrieteile Gmbh an einem Strang.

Wuppertal. Dass Unternehmen Arbeitsplätze aus dem Bergischen ins Ausland verlagern, ist keine Neuigkeit. Mitunter geht es aber auch wieder in die andere Richtung. So arbeitet die Happich Fahrzeug- und Industrieteile GmbH mit Sitz an der Konsumstraße gerade daran, ein Produktionsvolumen von rund 4 Millionen Euro noch in diesem Jahr aus Taiwan zurück ins Bergische Land zu holen.

Ein Grund: Geschäftsführer Andreas Bronnen hat festgestellt, dass die Produktion von Plastikspritzguss- und Metalldruckgussteilen für Nutzfahrzeuge aufgrund von Fracht-, Lagerhaltungs- und Vorfinanzierungskosten in China teurer ist als im Bergischen. In der qualifizierten Zulieferindustrie bleibt da vom Lohnkostenvorteil nichts übrig.

Happich hat in den vergangenen Monaten einen Nackenschlag nach dem anderen verkraftet. Um den Standort (200 Mitarbeiter bei Happich, weitere 200 Arbeitsplätze in der verlängerten Werkbank bei Zulieferern) zu sichern, ziehen jetzt mehrere Akteure an einem Strang. Das vom Landesbürgschaftsausschuss bereits abgenickte Refinanzierungskonzept besteht dabei aus mehreren Bausteinen: Ein örtliches Kreditinstitut ist der Partner für die Landesbürgschaft, ein Lieferant gibt ein Darlehen, die Gesellschafter von Happich Fahrzeug- und Industrieteile hinterlassen eine Bürgschaft und pumpen Bargeld in die Firma. Außerdem, so Knut Giesler von der IG Metall, verzichtet die Belegschaft ein Jahr lang auf 6,4 Prozent des Gehalts. Insgesamt hat das Paket ein Volumen von rund 8,5 Millionen Euro. Die Produktion in Taiwan soll zudem künftig bei dem Lieferanten erledigt werden, der das Darlehen gibt.

Giesler sieht in diesem Vorgehen eine Riesenchance für die Region, Bronnen sich in der Ansicht bestärkt, auf den Standort Deutschland und das Bergische zu setzen. Er spricht von einem Konzept, das "wirtschaftlich sinnvoll und gut für die Beschäftigten ist."

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