Stadtwerke gehen gegen Kunden vor, die Rechnungen gemindert haben.

Sorgen nach wie vor für Diskussionen: Die Gaspreise der WSW sinken ab März.
Sorgen nach wie vor für Diskussionen: Die Gaspreise der WSW sinken ab März.

Sorgen nach wie vor für Diskussionen: Die Gaspreise der WSW sinken ab März.

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Sorgen nach wie vor für Diskussionen: Die Gaspreise der WSW sinken ab März.

Wuppertal. Gute und schlechte Nachrichten liegen beim Erdgas nahe beieinander: Nachdem die Stadtwerke angekündigt haben, den Gaspreis am 1. März um 16 Prozent zu senken (die WZ berichtete), sind bei Kunden, die ihre Gasrechnungen gemindert haben, Klagen der Stadtwerke eingegangen.

Wie berichtet, gibt es auch in Wuppertal Privatkunden, die zum Teil seit Jahren Gasrechnungen kürzen: Sie kritisieren Preiserhöhungen und fordern, dass die WSW ihre Preis-Kalkulation offen legen. Die WZ hat den Protest im November zum Thema gemacht. Streit über das Zustandekommen von Gaspreisen gibt es bundesweit. Nach Angaben der WSW wurden gegen "einige Kunden" jetzt Klagen eingereicht, in denen man auf Bezahlung ausstehender Beträge besteht und auch mit der Gleichbehandlung mit jenen Kunden argumentiert, die ihre Rechnung zum aktuellen Preis bezahlen.

"Gestärkt fühlen wir uns durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom 19.November 2008", erklärt WSW-Sprecher Holger Stephan auf Nachfrage. Demnach seien Tariferhöhungen schlüssig, "wenn der Versorger für den maßgeblichen Zeitraum darlegt, dass sich seine Bezugskosten entsprechend erhöht haben und nicht durch Rückgang sonstiger Kosten der Gasversorgung ganz oder teilweise ausgeglichen worden sind." Wie berichtet, lehnen die WSW - wie andere Versorger auch - eine Offenlegung ihrer Kalkulation ab, unter anderem mit Blick auf den Wettbewerb.

Nach den satten Preiserhöhungen 2008 - sie lagen insgesamt bei gut 30 Prozent - zeichnet sich mit der Senkung im März eine Entspannung ab. Sie macht sich nach einer Beispielrechnung der WSW bei einem Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch mit 270 Euro brutto bemerkbar. Auch halten die WSW mit Blick auf den Energiemarkt eine weitere Preissenkung im Sommer nicht für ausgeschlossen.

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