Am Sedansberg 85 ist das Modellhaus eröffnet worden. Die GWG hat im denkmalgeschützten Gebäude acht Wohnungen saniert.

Am Sedansberg 85 ist das Modellhaus eröffnet worden. Die GWG hat im denkmalgeschützten Gebäude acht Wohnungen saniert.
Oliver Zier (GWG), Stadtdirektor Johannes Slawig, OB Andreas Mucke und Sven MacDonald (WQG) durchschneiden das rote Band.

Oliver Zier (GWG), Stadtdirektor Johannes Slawig, OB Andreas Mucke und Sven MacDonald (WQG) durchschneiden das rote Band.

Andreas Fischer

Oliver Zier (GWG), Stadtdirektor Johannes Slawig, OB Andreas Mucke und Sven MacDonald (WQG) durchschneiden das rote Band.

Wuppertal. Unvermietbar war das denkmalgeschützte Wohnhaus an der Sedanstraße 85 noch bis zum vergangenen Winter. „Zu den sogenannten Schrottimmobilien würde ich das Haus in seinem damaligen Zustand nicht zählen, aber man kann schon sagen, dass es sich um eine Problemimmobilie handelte, die in diesem Zustand nicht vermietbar war“, erinnert sich Sven MacDonald, Geschäftsführer der Wuppertaler Quartierentwicklungs GmbH (WQG). Ein gutes halbes Jahr später hat sich das Erscheinungsbild entscheidend gewandelt. Das Modellhaus in seinem aktuellen Zustand kommt bei den Gästen der Eröffnungsfeier – darunter Oberbürgermeister Andreas Mucke und Stadtdirektor Johannes Slawig – glänzend an.

710 000 Euro hat die GWG in die Sanierung und Modernisierung der barrierearmen Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von 520 Quadratmetern gesteckt. Viel Geld, aber dafür kann sich das Ergebnis sehen lassen. Einhellig war das Lob der Besucher, dass am Sedansberg attraktiver Wohnraum „zurückerobert“ worden sein. „Wir möchten anderen Hausbesitzern, die über eine Sanierung nachdenken, ein Vorbild sei. Deshalb war es im Grunde ein ganz normaler Umbau und keine Luxussanierung“, erklärt GWG-Geschäftsführer Oliver Zier.

Die Baufortschritte haben GWG und WQG im Internet veröffentlicht und wollen den Umbau des Modellhauses in einer Dokumentation zusammenfassen. So könnte ein Leitfaden für die Altabausanierung entstehen. Sven MacDonald geht davon aus, dass etwa zehn Prozent des Wohnungsbestandes in Wuppertal sanierungsbedürftig ist. „Der Rückgang des Leerstandes ist zurzeit in Wichlinghausen und Oberbarmen am deutlichsten spürbar. Wuppertal wächst“, sagt Sven MacDonald. Angesichts der niedrigen Zinsen lohne es sich, wieder intensiver über die Sanierung unvermieteter Wohnungen und Problemimmobilien nachzudenken.

Individuelle Lösungen sind gefragt. So ist im Modellhaus am Sedansberg der Zuschnitt der Wohnungen verändert worden. So zum Beispiel bei den beiden 100 Quadratmeter großen Maisonettewohnungen, die über zwei Stockwerke reichen. „In die wären einige unserer Gäste aus dem GWG-Aufsichtsrat beim Rundgang zur Eröffnung am liebsten gleich eingezogen“, berichtet Sven MacDonald. Wobei allerdings gerade diese Wohneinheiten wohl eher für jüngere Familien geeignet sind, denn es müssen schon einige Treppenstufen erklommen werden. „Die Auflagen des Denkmalschutzes haben den Einbau eines Aufzugs leider nicht zugelassen“, sagt Zier. Grünes Licht gab der Denkmalschutz für die Rampe vor der Haustür, die einen barrierearmen Zugang ermöglicht.

Auf dem Rundgang am Eröffnungstag lernten die Besucher auch den großen Garten kennen, der von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden soll. Alle acht Wohnungen wurden mit Balkonen ausgestattet. Für Besucher, die den Baustart verpasst hatten, wurden Vorher-Nachher-Bilder gezeigt, die anschaulich zeigen, wie sich die Bausubstanz in den vergangenen Monaten verbessert hat.

Das Haus Sedanstraße 85 gehört zur denkmalgeschützen Häuserzeile Sedanstraße 75 bis 89, die von der GWG in den kommenden Jahren auf Vordermann gebracht werden soll. Die Modernisierung von weiteren Wohnungen ist ab 2018 jeweils bei Mieterwechseln geplant.

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