Die Zahl der Veranstaltungen ist im vergangenen Jahr um etwa ein Viertel gesunken. Die Erlöse nahmen weniger stark ab.

Die Stadthalle wurde 2009 weniger oft gebucht als in den beiden sehr guten Vorjahren.
Die Stadthalle wurde 2009 weniger oft gebucht als in den beiden sehr guten Vorjahren.

Die Stadthalle wurde 2009 weniger oft gebucht als in den beiden sehr guten Vorjahren.

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Die Stadthalle wurde 2009 weniger oft gebucht als in den beiden sehr guten Vorjahren.

Wuppertal. Die Sitzung des Aufsichtsrates, die Eigentümerversammlung und das Treffen des Kulturausschusses stehen unmittelbar bevor. Und Gesprächsbedarf gibt es offenbar. Denn wie jetzt immer deutlicher wird, hat die Wirtschaftskrise natürlich auch die Stadthallen GmbH und damit eine Perle der Stadt erreicht.

Zu den Fragen der Finanzierung des Deckungslochs mag sich derzeit niemand tief in die Karten schauen lassen, auch die Bilanz für das Jahr 2009 ist noch nicht ganz fertig. Fest steht jedoch nach Angaben von Stadthallen-Chef Holger Kruppe, dass die Zahl der Veranstaltungen in der Stadthalle im vergangenen Jahr um etwa 25 Prozent zurückgegangen ist. Das entspricht im Vergleich zu den beiden besonders guten Vorjahren einem Minus von etwa 100 Veranstaltungen.

Die Erlöse allerdings sind nicht im gleichen Umfang, sondern lediglich um etwa 15 Prozent gesunken. Beides Zahlen, so Kruppe, über die andere Hallen in Deutschland froh wären. Denn in der Branche (abgesehen von Veranstaltungshallen mit Messe-Anschluss) gilt im Krisenjahr ein Rückgang bei den Veranstaltungen um gut 30 Prozent und bei den Erlösen um mehr als 20 Prozent als normal.

"Was wir im Krisenjahr gemacht haben, wünschen sich andere in den besten Jahren".

Holger Kruppe

Wie hoch die Summe ist, die nun fehlt, verrät noch niemand. Klar ist, dass die Stadthalle (Gesellschafter sind Stadt, Sparkasse, Culinaria sowie Hotel & More) normalerweise eine jährlichen Zuschussbedarf von rund einer Million Euro hat. Davon ist Kruppe zufolge ein Anteil vertraglich fest geregelt, ein anderer variabel. Zu etwa 70 Prozent finanziert sich die Stadthalle selbst. Ebenfalls ein überdurchschnittlich guter Wert, so Kruppe.

Oberbürgermeister Peter Jung hat zwar volles Verständnis für die Stadthalle ("Wenn Firmen sparen, dann gehen die nicht groß feiern"), glaubt aber, dass die Stadthallen GmbH an ihr Eigenkapital gehen kann, um die Lücke zu kompensieren. Jung: "Die Lage ist ernst, aber keineswegs existenzbedrohend."

Bei den in normalen Jahren bis zu 350 und in besonders guten Jahren etwa 500 Veranstaltungen geht es nach Angaben von Holger Kruppe nur in rund 120 Fällen um Kultur. "Der Rest ist Business", sagt er. "Was wir in der Kultur machen, machen wir ohne Zuschuss."

Der neue Wirtschaftsplan ist ohne Schwierigkeiten, aber "hart aufgestellt" erklärt Kruppe.

Kruppe sieht sogar wieder bessere Zeiten auf die Stadthalle zukommen. Die Signale deuten demnach daraufhin, dass sich die Zahl der Veranstaltungen noch im laufenden Jahr wieder erhöhen wird.

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