Harald Krapp (74) ist Inhaber der Paul Fischer Zahnradfabrik. Seit Jahren sucht er einen geeigneten Nachfolger für den Betrieb.

Harald Krapp, Inhaber von Paul Fischer Zahnradfabrik und Antriebstechnik, sucht einen Nachfolger.
Harald Krapp, Inhaber von Paul Fischer Zahnradfabrik und Antriebstechnik, sucht einen Nachfolger.

Harald Krapp, Inhaber von Paul Fischer Zahnradfabrik und Antriebstechnik, sucht einen Nachfolger.

Andreas Fischer

Harald Krapp, Inhaber von Paul Fischer Zahnradfabrik und Antriebstechnik, sucht einen Nachfolger.

Wuppertal. Im Betrieb von Harald Krapp, Inhaber von Paul Fischer Zahnradfabrik und Antriebstechnik, wird Millimeterarbeit geleistet. Genau genommen kommt es an der Hünefeldstraße 14 a bei der Produktion von Zahnrädern auf den Hundertstel oder gar Tausendstel Millimeter an, damit bei den Kunden später ein Rad ins andere greift. „Unsere Arbeit erfordert spezielle Kenntnisse und viel Erfahrung. Gerade das macht es für mich nicht leichter, einen Nachfolger zu finden, der den Betrieb mit acht Mitarbeitern übernehmen kann“, sagt Harald Krapp. Mehrere Anläufe hat er zur Übergabe seines Betriebes schon unternommen. Im Alter von 74 Jahren steht er als Handwerksmeister aber noch immer in der Verantwortung.

Jammern über eine zu hohe Arbeitsbelastung ist trotzdem nicht sein Geschäft. Dass Urlaub und Freizeit für ihn seit vielen Jahren Mangelware sind, verschweigt er nicht. Gleichzeitig ist aber spürbar, dass ihn die Selbstständigkeit und Verantwortung für seine Mitarbeiter und seinen Betrieb vital und hellwach halten. Wobei vor allem die Eigenständigkeit zu seinem Charakter passt.

„Es geht nur über die Qualität.“

Harald Krapp, selbstständiger Handwerksmeister

Das spürt man sehr deutlich, wenn Krapp über seine Arbeit und die Produkte berichtet, die er seit Jahrzehnten herstellt. Michelin und Leifheit zählen zu den Stammkunden, was den Handwerksbetrieb adelt.

„Für einen nicht zertifizierten Betrieb wie uns geht es bei solch großen Kunden nur über die Qualität“, sagt Harald Krapp. Um die Qualitätsmaßstäbe einzuhalten, werde von einem potenziellen Nachfolger einiges gefordert.

„Ohne eine längere Einarbeitungszeit ist die Übernahme nicht möglich. Ich bin dazu gerne bereit und war schon einmal auf einem guten Weg. Doch dann erhielt der vielversprechende Interessent das Angebot, ins Lehrfach zu wechseln. Die Aussicht auf Schulferien und weniger Stress – da konnte ich leider nicht mithalten.“

Ein anderer Versuch scheiterte am Geld. „Der junge Mann hatte geerbt und wollte sich selbstständig machen. Doch die Banken haben bei der Finanzierung leider nicht mitgespielt. Das ist sehr ärgerlich, denn Deutschland lebt nicht von den Großunternehmen, die auf einen Schlag tausende Arbeitsplätze abbauen, sondern von einem funkionierenden Mittelstand, der die meisten Arbeitsplätze schafft.“

Die Hoffnung, dass bei der Übergabe der Paul Fischer Zahnradfabrik doch noch einmal alle Zahnräder ineinander greifen und sich der ideale Kandidat vorstellt, hat Harald Krapp noch nicht aufgegeben. Sein Betrieb ist gut aufgestellt und er bietet Perspektiven für einen Handwerksmeister, der, wie es so schön heißt, sein eigener Herr sein möchte.

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