In Bochum funktionierte es nicht, Wuppertal jedoch will das Möbelhaus ermöglichen.

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Das Hauptaugenmerk der Kritiker liegt stets auf der Entwicklung von Ikea.

Das Hauptaugenmerk der Kritiker liegt stets auf der Entwicklung von Ikea.

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Das Hauptaugenmerk der Kritiker liegt stets auf der Entwicklung von Ikea.

Wuppertal. In Bochum ist das Thema Ikea durch. In der Konkurrenz der Städte favorisiert das Möbelhaus mittlerweile Wuppertal. Doch die Hürden sind hier ähnlich hoch.

Hürde I: Der Masterplan

Wie Eckart Kröck, Leiter der Stadtplanung in Bochum, auf WZ-Nachfrage berichtet, schlug die Ikea-Anfrage sozusagen zur Unzeit auf. Denn unmittelbar zuvor hatte sich die Stadt auf einen Masterplan Innenstadt geeinigt. Der sollte nicht nur die Entwicklung der Innenstädte sichern, sondern gilt auch als Instrument, rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen, wenn die Stadt Bochum bestimmte Ansiedlungen verhindern wollte.

Hürde II: Die Ruhrgebiets-Kooperation

Außerdem ist Bochum Partner einer Kooperation im östlichen Ruhrgebiet, die unter anderem zum Ziel hat, sehr behutsam mit solch großflächigem Einzelhandel umzugehen und die verschiedenen Zentren nicht in Schwierigkeiten zu bringen.

Hürde III: Das Landesrecht

Und schließlich gibt es noch das Landesrecht, wonach die Ansiedlung eben solchen großflächige Einzelhandels außerhalb der Zentren sehr schwierig geworden ist. Deshalb durfte in Langerfeld ja bereits Real den Standort nicht auf das Schmitz+Apelt-Gelände verlegen.

Eine Entscheidung für oder gegen die Innenstädte?

Jedenfalls gab es Kröck zufolge in den Verhandlungen mit Ikea keine Lösung, bei der Bochum nicht in mindestens einer der drei Hauptfragen in die Bedrouille geraten wäre. Zumal Ikea an einem zentrumsnahen Standort nur wenig Interesse gezeigt habe. Kröck bringt es am Ende einer in Bochum heftig geführten politischen Debatte auf einen Nenner: Wer vor solch einer Frage stehe, müsse sich letztlich für oder gegen die Innenstadt entscheiden. Und er hat den Verdacht, Ikea suche ausdrücklich eine Fläche auf der grünen Wiese, um den Streit mit dem Land exemplarisch ausfechten zu können.

Die Lage in Wuppertal

Bis Ende 2013 läuft noch der Mietvertrag der Fertighausausstellung auf dem avisierten Gelände. Insgesamt geht es um 110 000 Quadratmeter für Ikea und das Home-Park-Konzept. heißt. Neben Ikea (75 000 Quadratmeter) sollen weitere Ansiedlungen stationiert werden. Um die bräuchte sich die Stadt nicht einmal zu kümmern. Das übernimmt Ikea selbst.

Rund 450 Haushalte entlang des Geländes wehren sich in der Bürgergemeinschaft Erlenrode gegen die Ansiedlung. Sie fürchten unter anderem um ihre Lebensqualität.

Oberbürgermeister Peter Jung hingegen glaubt nicht wirklich an eine Bedrohung der Innenstädte. Jetzt führen die Menschen halt nach Düsseldorf, um dort bei Ikea einzukaufen. Auch ein politischer Streit um die Ikea-Ansiedlung zeichnet sich bisher nicht ab. Im Gegenteil: Die klare Haltung der Stadtspitze: Wir wollen Ikea. Aufgrund des regionalen Einzelhandelskonzeptes gibt es aber noch Gesprächsbedarf mit Remscheid und Solingen. Jung zeigt sich aber optimistisch, die Nachbarstädte mit ins Boot holen zu können. Bleiben die Verhandlungen mit dem Land. Und die müssen nach Erkenntnis aller beobachter sehr behutsam geführt werden. Ikea und das NRW-Wirtschaftsministerium gelten derzeit nicht gerade als dicke Freunde.

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