Weggang von Cretschmar Cargo ließ sich wohl nicht verhindern. Den Bedarf nach so großen Flächen kann Wuppertal nicht bedienen.

Luftaufnahme von Langerfeld: Oben rechts EDE, davor Poco und davor ein Teil des Metro-Geländes.
Luftaufnahme von Langerfeld: Oben rechts EDE, davor Poco und davor ein Teil des Metro-Geländes.

Luftaufnahme von Langerfeld: Oben rechts EDE, davor Poco und davor ein Teil des Metro-Geländes.

Peter Sondermann, www.city-luftbilder.de

Luftaufnahme von Langerfeld: Oben rechts EDE, davor Poco und davor ein Teil des Metro-Geländes.

Wuppertal. Eines offenbart der Umzug der Spedition Cretschmar Cargo von Wuppertal nach Düsseldorf überdeutlich: Flächenanfragen in dieser Größenordnung kann Wuppertal einfach nicht befriedigen. Mit den in Düsseldorf zur Verfügung stehenden rund 75 000 Quadratmetern, auf denen Cretschmar die neue Zentrale errichtet, kann Wuppertal an keiner Stelle im Stadtgebiet mithalten.

Schon mit der Gefco scheiterten solche Pläne

Wie aus einem Papier der Verwaltung zu dieser Standortverlagerung hervorgeht, scheiterte zuvor bereits ein anderer Versuch gleicher Größenordnung: Denn im Jahr 2009 gab es Überlegungen die Zentrale der Spedition Gefco an der Parkstraße anzusiedeln. Das hätte etwa 300 neue Arbeitsplätze in die Stadt gebracht. Doch der 24-Stunden-Betrieb für einen Großlogistiker ließ sich nicht genehmigungsfähig darstellen.

Für Cretschmar Cargo, das in Düsseldorf Reisholz den Vorteil hatte, das Grundstück eines in die Insolvenz gegangenen Nachbarn zu übernehmen, gab es in Wuppertal demnach ohnehin lediglich einen einzigen möglichen Alternativ-Standort. Das wäre an der Dieselstraße das Grundstück der ehemaligen Spedition Wohlfarth zusammen mit dem Grundstück des nach Schwelm weggezogenen Großhändlers Metro gewesen.

Neue Anfragen für das Metro-Gelände

Um diese Variante verwirklichen zu können, hätte sogar die Dieselstraße zwischen Schwelmer Straße und Straße In der Fleute verlegt werden können. Die Privateigentümer im Umfeld hatten dem Papier zufolge bereits ihr Einverständnis signalisiert. Doch auch künftig wird sich eine solche Lösung nicht anbieten, um die Nachfrage eines Logistikunternehmens nach dermaßen viel Fläche befriedigen zu können. Denn die Gemeinschaft, der das Metro-Gelände gehört, hat mittlerweile offenbar mehrere Anfragen für eine Nachnutzung. Damit ist die Stadt gar nicht mehr an einer Variante beteiligt, die die Ansiedlung eines Großlogistikers begünstigen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass das ehemalige Wohlfarth-Gelände einer Hamburger Holding gehört, die schwarze Zahlen mit dem Grundstück schreibt.

Interessenten für Areal am Hölker Feld

Und was wird aus dem Gelände in Nächstebreck, das Cretschmar Cargo räumt? Die Wirtschaftsförderung Wuppertal hat es bei der Investorentour im Mai dieses Jahres bereits präsentiert. Und tatsächlich gibt es nach aktuellem Stand zwei Anfragen für eine gewerbliche Nutzung des Areals am Hölker Feld. Bei mindestens einer der interessierten Firmen handelt es sich ebenfalls um ein Logistikunternehmen.

Nicht erst durch den Rückzug von Cretschmar Cargo ist klar, dass Gewerbeflächen in Wuppertal knapp zu werden drohen. Einzige Perspektive ist nach Überzeugung der Verwaltung die interkommunale Zusammenarbeit, um große und regional bedeutsame Gewerbeflächen entwickeln zu können. Deshalb gibt es  den Auftrag, ein regionales Gewerbeflächenkonzept zu erstellen. Das soll auch dazu dienen, Förderungen für die Aufbereitung von Flächen zu erwerben. Ende des Jahres soll dieses Konzept fertig sein. Zwischen 2006 und 2010 lag der Flächenbedarf in Wuppertal bei etwa 15 Hektar pro Jahr.