Viele freie Stellen im Metallbereich und bei den Gesundheitsberufen. Besonders junge Menschen profitieren.

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Stempeln gehen: Noch entlastet die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt. Doch der Sommer wird unruhig.

Stempeln gehen: Noch entlastet die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt. Doch der Sommer wird unruhig.

dpa

Stempeln gehen: Noch entlastet die Kurzarbeit den Arbeitsmarkt. Doch der Sommer wird unruhig.

Wuppertal. Vor einem Jahr entwarf Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Wuppertal, ein düsteres Szenario für den hiesigen Arbeitsmarkt. Beim Jahresrückblick korrigierte er am Dienstag aber seine Prognose und meldete einen kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Diese Entwicklung hatten wir nicht erwartet.“

Durch die konjunkturelle Erholung steht der Wuppertaler Arbeitsmarkt sogar günstiger da als vor der Krise: So sind in der Stadt rund 1800 Menschen weniger arbeitslos als im Dezember 2009, das ist ein Rückgang um 8,7 Prozent.

Wintereinbruch ändert nichts an der positiven Entwicklung

Nach einem leichten, saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar waren von Monat zur Monat immer weniger Menschen im Tal arbeitslos – daran änderte auch der Wintereinbruch zum Ende des Jahres hin nichts. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 10,7 im vergangenen Monat auf 10,6 Prozent. (Vorjahr: 11,6)

Derzeit suchen 18.658 Menschen Arbeit. Davon werden 3634 Personen von der Arbeitsagentur und 15.024 Arbeitslose von der Arbeitsgemeinschaft Wuppertal betreut. Die Arbeitslosigkeit ist nur im Bereich der Arbeitsagentur gesunken. Sie betreut 27,5 Prozent Personen weniger, bei der Arge ist es ein Minus von 2,8 Prozent. „Die Chancen, wieder eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, haben sich deutlich verbessert. Besonders Menschen, die nah am Arbeitsmarkt sind, haben profitiert“, sagt Klebe.

Gewinner sind die Menschen unter 25. An den über 55-Jährigen ging der Aufschwung dagegen bisher vorbei: 2618 Menschen über 55 sind arbeitslos gemeldet, 276 mehr als vor einem Jahr.

Laut Statistik gelten Personen in Weiterbildung oder Arbeitsgelegenheit nicht als arbeitslos. Zählt man alle, die im Dezember eine Erwerbstätigkeit anstrebten, zu den Arbeitslosen von 23 761 im Bezirk, ergibt sich eine Unterbeschäftigung von 34 889. Das sind 1662 Personen weniger als im Vorjahr.

2010 meldeten sich 47 692 Menschen arbeitslos, 3500 mehr als im Vorjahr. 49 436 Menschen, ein Plus von 4300, beendeten ihre Arbeitslosigkeit.

Kurzarbeit gab es in der Metallbranche, im Maschinenbau sowie in der Automobil- und Elektroindustrie. 22,5 Millionen Euro zahlte die Agentur 2009.

Viele freien Stellen gibt es in den Gesundheit- und Erziehungsberufen, im Metall- und Elektrobereich. „Dort haben wir schon jetzt einen erhöhten Fachkräftebedarf“, sagt Klebe. So meldeten die Unternehmen 7643 sozialversicherungspflichtige Jobs neu, allein im Dezember waren es 644 Stellen. Aus- und Weiterbildung werden vor diesem Hintergrund noch wichtiger. Besorgniserregend: Im gesamten Bezirk Wuppertal wurden 2010 nur noch 2693 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, das ist der niedrigste Stand seit elf Jahren.

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