In diesem Jahr feiert das Forschungsinstitut mit Standort am Döppersberg sein 25-jähriges Bestehen.

Das Wuppertal Institut.
Das Wuppertal Institut.

Das Wuppertal Institut.

Andreas Fischer

Das Wuppertal Institut.

Wuppertal. Im Jahr 2016 feiert das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sein 25-jähriges Bestehen. Seit 1991 sind die rund 220 Mitarbeiter der gemeinnützigen GmbH in ihrem Wuppertaler Stammhaus am Döppersberg Vordenker auf dem Gebiet der Ressourcen- , Klima- und Energieforschung.

Ihre Ergebnisse und Expertisen sind gefragter denn je. Denn der Klimawandel, der schon in der Gründungsphase 1992 bei der Vorbereitung des Weltgipfels in Rio ein beherrschendes Thema war, sowie die Wirtschafts- und Finanzkrisen, fordern Politik und Wirtschaft weltweit heraus, nachhaltige Lösungen zu finden.

Denkanstöße und Leitlinien liefert dazu das Wuppertal Institut, das mit wissenschaftlichen Mitarbeitern aus vielfältigen Fachgebieten das Gegengewicht zu populären, aber eindimensionalen Strategien bildet. Die Wissenschaftler wollen wissen, wie sich der Wandel zu einer nachhaltigen Entwicklung vollziehen kann. Dafür arbeiten sie fachübergreifend zusammen, aber auch im engen Austausch mit Partnern aus der Praxis. Die Arbeit des Instituts wird zwar vom Land NRW, dem alleinigen Gesellschafter, zu knapp 30 Prozent gefördert, doch der größte Teil des Budgets muss über Drittmittelprojekte und Auftraggeber aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwirtschaftet werden.

Das Wuppertal Institut arbeitet nicht in einem geschützten Raum, sondern muss sich Themenfelder erarbeiten - in Konkurrenz zu anderen Institutionen. Für Wirtschaftsunternehmen forscht das Institut an Problemstellungen, die über den einzelnen Betrieb hinaus für die Branche oder die Allgemeinheit von Relevanz sind. Die Konstruktion hat sich bewährt: Die Basis-Förderung des Landes gestattet dem Institut, einen Teil seiner Arbeit auf Zukunftsprojekte zu konzentrieren, für die es noch keinen direkten Verwertungszusammenhang und daher noch keine Auftraggeber gibt.

Gleichermaßen besteht nicht die Gefahr, dass die Forschung zum Selbstzweck wird oder lediglich Nischen bedient, denn Partner wie die Landesregierung aus NRW oder Rheinland-Pfalz, wie EU oder Kommunen erwarten vom Wuppertal Institut fundierte Aussagen über Technologie- und Infrastrukturthemen, zu den Fragen Energie und Mobilität sowie zu Produktions- und Konsummustern, die Ressourcen schonen.

In seiner Gründungsphase war das Buch „Faktor Vier. Doppelter Wohlstand – halbierter Naturverbrauch“ des Gründungspräsidenten Professor Ernst Ulrich von Weizsäcker international bahnbrechend, denn es machte klar, dass Umweltschutz mehr ist, dass eine intelligente Ressourcennutzung der Umwelt wie der Wirtschaft nutzt.

Heute gilt das Institut als Vorreiter der Nachhaltigkeitsforschung, zu dessen Arbeiten Fragen der Technologieentwicklung ebenso gehören wie die Veränderung von Lebensstilen. In dieser Tradition steht die Veröffentlichung „Damit gutes Leben einfacher wird“ von Professor Uwe Schneidewind, dem aktuellen Präsidenten, und Angelika Zahrnt, in der die Frage der Wohlstandssicherung jenseits eines ungehemmten wirtschaftlichen Wachstums zur Diskussion stellt.

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