Wuppertal. Der Bayer-Standort Wuppertal schafft Platz: Von rund 52 Millionen Euro, die in diesem Jahr in die Instandhaltung fließen, geht ein guter Teil für den Abriss veralteter Gebäude drauf.  Maßnahmen, die Bayer Schering Pharma in die Lage versetzen, bei entsprechender Bewilligung durch die Zentrale künftig Platz für weitere Investitionen vorrätig zu haben. Denn die Investitionsausgaben liegen in diesem Jahr zwar immerhin bei etwa 25 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es jedoch rund 40 Millionen Euro. Und etwa in dieser Größenordnung, so hofft es Werkleiter Klaus Jelich, pendeln sich die Investitionen des kommenden Jahres ein.

Ein Grund für den Optimismus: Nach der Übernahme der Biotech-Forschungsfirma Direvo in Köln ist Wuppertal zum Hauptsitz der neu geschaffenen Forschungseinheit "Global Biologics" geworden. Es geht um biologische Wirkstoffforschung zur Krebstherapie. Ein erster Wirkstoff wird derzeit an Patienten getestet. Nun hofft Jelich, dass in Folge dieser Maßnahme weitere Investments in Wuppertal getätigt werden.

Dieser Strategie entsprechend setzt Jelich auch weniger als früher  darauf, dass sich Fremdfirmen im Chemiepark an der Wupper niederlassen: "Ich setze auf die Dinge, die aus der eigenen Pipeline kommen", sagt er. "Und wenn etwas Neues kommt, ist es immer besser, man hat eine freie Fläche bereit."

Eine neue ethische Diskussion?

Für den Beweis, dass Bayer Schering Pharma etwas in dieser Pipeline hat, steht unter anderem Martin Bechem, Leiter der kardiologischen und hämatologischen Forschung in Wuppertal. Beispielhaft für neue Wirkstoffe nennt er Riociguat. Das soll zur Therapie von Lungenhochdruck eingesetzt werden und befindet sich gerade in den Phase-III-Studien, hat also auf dem Weg zur Markteinführung schon ein gutes Stück zurückgelegt.

Trotzdem bleibt das Risiko bei der Entwicklung extrem hoch, so Bechem. Am Beispiel des Krebsmittels Nexavar berichtet er aus England, dass Krankenhäuser das Leben verlängernde Medikament aus Kostengründen nicht einsetzen. Den Beginn einer neuen ethischen Diskussion sieht er auch bei einer anderen Bayer-Neuerung. Bedenken der Krankenhäuser zum als Tablette einzunehmenden Bayer-Thrombose-Präparat: Tabletten seien zwar komfortabler als Spritzen. Doch mit alten Lieferanten habe man ausgezeichnete Konditionen.

Die Zahl der Mitarbeiter ist konstant: Von 2609 Mitarbeitern arbeiten 1341 im Forschungszentrum.

Mittelfristig soll der Aufwand für Forschung und Entwicklung bei 15 Prozent des Umsatzes liegen.

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