Die Beitragseinnahmen erhöhen sich auf 1,6 Milliarden Euro. Die Kosten in der Krankenversicherung sinken um 25 Millionen.

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Imposant: Der neu errichtete Barmenia-Stammsitz an der Kronprinzenallee, gesehen vom Sparkassen-Hochhaus.

Imposant: Der neu errichtete Barmenia-Stammsitz an der Kronprinzenallee, gesehen vom Sparkassen-Hochhaus.

Uwe Schinkel

Imposant: Der neu errichtete Barmenia-Stammsitz an der Kronprinzenallee, gesehen vom Sparkassen-Hochhaus.

Wuppertal. Die Barmenia geht mit einem Plus von rund 5 Prozent bei den Beitragseinnahmen stärker als die Branche aus dem Krisenjahr heraus und erwartet im laufenden Jahr ein weiteres Wachstum von mindestens 5 Prozent. "Wenn sie sich vorstellen, wie viele Menschen noch freiwillig gesetzlich versichert sind", sagt Vorstands-Chef Josef Beutelmann und zeichnet angesichts gesetzlicher Änderungen das Bild einer Privatversicherung mit höherer Attraktivität für Familien.

Tatsächlich gewinnt die Barmenia allein in der Sparte Krankenversicherungen im vergangenen Jahr mehr als 43000 Kunden hinzu. Und das, obwohl im Vertrieb nach einer Bereinigung einige hundert Menschen weniger unterwegs sind. Vertriebs-Chef Andreas Eurich: "Ein Teil war nicht mehr produktiv und konnte auch nicht mehr produktiv gemacht werden." Dafür gelingt es der Barmenia im Segment Krankenversicherung aber, die Kosten um mehr als 25 Millionen Euro zu senken. Zusätzliche Hoffnungen gibt es in diesem Bereich durch den Vorstoß der Politik, die Ausgaben für Arzneimittel-Hersteller senken zu wollen. "Das ist ein Kostentreiber", sagt auch Beutelmann.

Ende vergangenen Jahres erwirbt die Barmenia zudem einen Anteil von gut sechs Prozent an Finanzberater MLP. Verkäufer ist die Schweizer Gesellschaft Swiss Life. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart. Es handelt sich aber offenbar um weniger als 60 Millionen Euro, wie heute am Rand der Bilanzpressekonferenz klar wird.

Ebenso macht Beutelmann keinen Hehl daraus, dass der Wettbewerb zwischen den Privatversicherungen derzeit besonders hart ist und wieder auf ein gesundes Maß reduziert gehört. Das Geschäft mit den Zusatzversicherungen hingegen blüht weiter auf. Gleiches gilt für die Kooperationen mit dem Betriebskrankenkassen-Bundesverband. Und Versicherungen sind für ihre Vorsicht bekannt: Die Aktienquote liegt daher bei lediglich gut 1,5 Prozent.

In der Sparte Lebensversicherung zeichnet sich gerade angesichts der Bankenkrise ein Trend zu Kapital-Lebensversicherungen ab. In der Barmenia Allgemeine bleibt 2009 zwar der Sturm aus, doch für geborstene Leitungen nach dem Frost hatte die Barmenia ungewöhnlich häufig zu zahlen.

Die Barmenia beschäftigt 1712 Mitarbeiter, in der Hauptverwaltung 1407.

Die Beitragseinnahmen wachsen um 5 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro. Die Krankenversicherung landet bei 1,34 Milliarden (plus 6,2 Prozent), die Lebensversicherung bei 189,6 Millionen (plus 1,4) und die Barmenia Allgemeine bei 88,7 Millionen (minus 4,6).

Die Gruppe erhöhte ihr Ergebnis vor Steuern um 11,3 Prozent auf 149 Millionen Euro. Die Nettoverzinsung liegt zwischen 4 und 4,3 Prozent. Das Eigenkapital ist um 5,2 Prozent auf 331 Millionen Euro erhöht.

Die Barmenia ist achtgrößter deutsche Krankenversicherer.

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