Bei den Wuppertaler Händlern geht es mit der Einführung der Umweltprämie richtig rund.

Die AWG mit ihrem Recyclinghof könnte viel zu tun bekommen.
Die AWG mit ihrem Recyclinghof könnte viel zu tun bekommen.

Die AWG mit ihrem Recyclinghof könnte viel zu tun bekommen.

Uwe Schinkel

Die AWG mit ihrem Recyclinghof könnte viel zu tun bekommen.

Wuppertal. Politiker und so genannte Auto-Experten mögen sich noch über den Sinn der Abwrackprämien und der Konjunkturpakete streiten. Die Kunden rennen den Autohäusern unterdessen die Bude ein. Aurego beispielsweise hat gestern die erste Schallmauer durchbrochen und bereits 100 mehr als neun Jahre alte Wagen entgegengenommen.

"Es läuft richtig gut", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Flohr. Er hat bereits um "eine Flasche Schampus" gewettet, dass die im Konjunkturprogramm veranschlagten 600 000 Autos bereits verschrottet sind, bevor das Jahr zu Ende geht.

Gut möglich, dass Kunden, die erst Ende des Jahres agieren, gar nicht mehr zum Zuge kommen. Zu den Rennern bei Aurego gehören Corsa, Agila, Meriva und Honda Civic. Flohr sieht die These, wonach die Menschen mit oder ohne Abwrackprämie kein Geld für ein neues Auto hätten, widerlegt.

Vielmehr zeige sich, dass viele Kunden andere Prioritäten setzen, das Auto nicht oben auf der Wunschliste stehe, die Prämie aber einen starken Kaufanreiz darstelle. Kritikern hält er entgegen, dass viel Geld in Umlauf kommt und über die Mehrwertsteuer auch Geld in die Staatskassen fließt.

Ähnliches sagt Joachim Bethke von Gottfried Schultz zum Ansturm der Kunden: "Das ist gigantisch. Wir werden förmlich überrannt." Seit Samstag hat das Autohaus vor allem so viele Skoda-Modelle verkauft, dass bereits nachgeordert werden musste. Auch die Nachfrage nach dem Golf ziehe an.

Matthias Pfann von Ford Jungmann berichtet ebenfalls über einen stetig wachsenden Zulauf von interessierten Kunden. Die Nachfrage betreffe vor allem die Modelle Ka und Fiesta. Der Zuwachs bei den Kunden, die bislang beim Neukauf eher auf Gebrauchtwagen setzten und sich jetzt für einen Neu- oder Jungwagen entscheiden: Rund 100 Prozent.

"Und das fängt ja gerade erst an", so Pfann. Optimistisch zeigt sich auch Daniel Bartos von Mercedes: Die Zahl der Kunden, die die Umweltprämie in Anspruch nehmen möchten, steige ständig.

Was die Abwicklung angeht, gibt es derzeit noch unterschiedliche Wege: Manche Autohäuser finanzieren die Prämie quasi vor. Andere verkaufen ohne die Prämie, die dann erst gezahlt wird, wenn das Auto tatsächlich verschrottet ist.

Die Abwrackprämie können sich Autobesitzer sichern, wenn ihr mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet wird, sie das Auto seit einem Jahr als Halter haben und einen Neu- oder Jungwagen kaufen.

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