Die neue Form des beruflichen Kennenlernens fand heute in der Stadthalle statt.

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Bianca Bernhardt (links) hat sich vier Arbeitgeber ausgesucht, bei denen sie sich beim Job Speed Dating vorstellen möchte.

Bianca Bernhardt (links) hat sich vier Arbeitgeber ausgesucht, bei denen sie sich beim Job Speed Dating vorstellen möchte.

Andreas Fischer

Bianca Bernhardt (links) hat sich vier Arbeitgeber ausgesucht, bei denen sie sich beim Job Speed Dating vorstellen möchte.

Wuppertal. Ein bisschen aufgeregt sei sie schon, gibt Bianca Bernhardt zu, als sie heute um 10 Uhr in der historischen Stadthalle ist, beim ersten Job Speed Dating in Wuppertal. Die Arge hat die Veranstaltung initiiert, bei der rund 600 Bewerber auf 44 Arbeitgeber treffen. Thomas Lenz, Leiter der Arge Wuppertal erklärt, dass die Idee, hinter der Aktion ist, in kurzer Zeit viele Bewerber - ausschließlich Langzeitarbeitslose - mit mehreren Arbeitgebern zusammenzubringen.

Schöne Atmosphäre, aber lange Schlangen beim Job Speed Dating

Bianca Bernhardt findet die Idee "total genial". Noch steht sie an und muss warten, während auf einer Uhr die erlaubte Gesprächszeit von zehn Minuten angezeigt wird und Klaviermusik im Hintergrund läuft. "Eine bessere Atmosphäre hätte man nicht schaffen können", findet die 36-jährige gelernte Bürokauffrau. Bernhardt hat zwölf Jahre nicht gearbeitet, weil sie drei Kinder hat. "Jetzt ist der Jüngste so alt, dass ich wieder Vollzeit arbeiten kann", sagt sie. Als ersten potentiellen Arbeitgeber hat sich Bernhardt das Autohaus Eylert ausgesucht. Dort wird eine Empfangsdame gesucht - das interessiert viele Beweber.

Bernhardt lässt sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. "Wir drücken uns gegenseitig die Daumen", erklärt die Wuppertalerin. Die Bewerber in der Stadthalle kennen sich, sie haben gemeinsam einen Vorbereitungskurs absolviert. Dort haben die Arbeitssuchenden einen einheitlichen Flyer mit Lebenslauf und Foto angefertigt und sich auf die Kurz-Bewerbungsgespräche vorbereitet. Als es bimmelt, ist es soweit, Bernhardt kann sich präsentieren und auf einen Job hoffen.

Problematisch ist allerdings, dass wegen nicht übereinstimmendem Angebot und Nachfrage teilweise sehr lange gewartet werden muss - über eine Stunde. "Die Organisation ist schlecht, es gibt zuwenig kaufmännische Jobs und zu lange Wartezeiten", sagt Marco Hecke (32). Auch der Garten- und Landschaftsbauer Peter Pleuger (27) ist enttäuscht, für ihn gibt es kein einziges passendes Job-Angebot. Viele Bewerber finden es zudem schlecht, dass Zeitarbeitsfirmen vor Ort sind, die keine festen Stellen anbieten.

Aber auch auf der anderen Seite läuft es nicht immer optimal: Gerade bei den Arbeitgebern, die Pflegekräfte suchen, ist der Bewerberplatz meist frei. Doch auch Firmen, die keine geeigneten Bewerber finden, gefällt das Speed Date Konzept. Der Erfolg wird sich erst zeigen, wenn Rückmeldungen erfolgen. Lenz hofft auf 100 vermittelte Bewerber.

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