wza_400x303_609406.jpg

Archiv

Wuppertal. Die Arbeitslosigkeit in Wuppertal sinkt im Dezember zwar zum achten Mal in Folge und die Arbeitslosenquote verharrt mit 20.440 Menschen ohne Job (100 weniger als im Vormonat) bei 11,6 Prozent, doch der Arbeitsmarkt bleibt nach Einschätzung von Agentur-Chef Martin Klebe weiter in einem "kritischen Zustand".

Denn wer genauer hinschaut, der sieht, dass die Arbeitslosigkeit ausschließlich im Aufgabengebiet der Arge gesunken ist: Die betreut aktuell gut 15.400 Menschen und damit 1300 weniger als vor einem Jahr, Doch die Agentur für Arbeit ist für 300 Menschen mehr als noch vor zwölf Monaten zuständig.

Auch der Zugang an neu gemeldeten Stellen spricht eine deutliche Sprache. Durchweg mit Ausnahme des Monats November liegen die monatlich rund 500 neuen Stellen signifikant unter der Zahl der Vorjahresmonate. Teilweise liegt der Einbruch bei gut 30 Prozent.

Klebe zeigt sich zudem überzeugt davon, dass der Dezember auf absehbare Zeit der letzte Monat ist, in dem die Zahl der Arbeitslosenzahl sinkt. Zumal nicht mehr jedes Unternehmen die Kurzarbeit finanzieren werde. Die Frage sei nicht, ob es mehr Arbeitslose geben werde, sondern wie groß die Zahl der betroffenen Menschen ist. Seine  These: Der Anstieg wird spürbar, aber er wird auch nicht so schlimm, wie es viele Menschen prophezeien. 

In Wuppertal waren den jüngsten Zahlen zufolge im vergangenen März 110 690 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im März des Jahres 2008 waren es noch rund 114 270.

Im August gingen 34 730 Menschen einem Job nach, brauchten aber trotzdem Hilfeleistungen; 2300 Menschen mehr als ein Jahr zuvor.

Der demographische Wandel ist offenbar auf dem Arbeitsmarkt angekommen: So beträgt der Anteil der 55- bis 64-Jährigen an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten trotz zahlreicher Vorruhestandsregelungen aktuell knapp 14 Prozent; im Jahr 2000 waren es knapp 12 Prozent. Dahingegen ist der Anteil der 45- bis 54-Jährigen von 21 auf fast 30 Prozent gewachsen. Der Anteil der 35 - bis 45-Jährigen verringerte sich gering auf knapp 28 Prozent. Doch die 25- bis 34-Jährigen tragen aktuell nur noch knapp 19 Prozent bei. Im Jahr 2000 waren es noch mehr als 26 Prozent.

Die Anteile an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Ausbildung: 9,2 Prozent mit Fachhoch- und Hochschulabschluss; 17,7 Prozent ohne Berufsausbildung, 56 Prozent mit Berufsausbildung.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer