Die Wuppertaler Schule, an der Gunhild Böth unterrichtete, distanziert sich von ihr.

Gunhild Böth auf der Wahlparty im Rathaus.
Gunhild Böth auf der Wahlparty im Rathaus.

Gunhild Böth auf der Wahlparty im Rathaus.

Andreas Fischer

Gunhild Böth auf der Wahlparty im Rathaus.

Wuppertal. Das Wuppertaler Ganztagsgymnasium Johannes Rau geht auf Distanz zu ihrer Lehrerin Gunhild Böth. Die Pädagogin mit den Fächerschwerpunkten Politik und Sozialwissenschaften ist Mitglied der neuen Fraktion der Linken im Düsseldorfer Landtag. Für Aufsehen hatte sie gesorgt, als mehrere Medien sie mit den Worten zitierten, die DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich eine TV-Sendung, in der die Schule genannt worden war und die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft betont habe, sie habe keine Lust ihre Kinder von Gunhild Böth unterrichten zu lassen.

Am Johannes-Rau-Gymnasium löste dies heftige Diskussionen aus. Heute ergriffen Schulleiter Werner Schlesinger und Hans-Ulrich Hochfeld für den Lehrerrat die Flucht nach vorne. In einem Schreiben an die WZ heißt es, man distanziere sich von den Äußerungen der "Kollegin Böth". Es handele sich um die private Meinung einer Kandidatin der Linken für den Landtag, die keinen Unterricht mehr an "unserem Gymnasium" erteile.

Ein Rauswurf ist das nicht, denn die Beamtin Böth kann nur von ihrem Arbeitgeber, der Bezirksregierung, aus dem Dienst entlassen werden. Doch dem scheint nicht der Sinn danach zu stehen. Laut Böth habe ihr Regierungspräsident Jürgen Büssow zum Wahlsieg gratuliert und viel Erfolg bei der Mandatsausübung gewünscht. Gunhild Böth wurde nach eigenen Angaben 1978 - zur Hochzeit des Radikalenerlasses - aus der SPD ausgeschlossen, nachdem sie sich der Bürgerinitiative gegen Berufsverbote angeschlossen hatte. Zu der Reaktion der Schulleitung wollte sich die Linken-Abgeordnete nicht äußern.

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