AWG-Chef Martin Bickenbach über die Sauberkeit in Wuppertal.

Interview
Ein Teil des neuen Döppersbergs ist bereits für Fußgänger geöffnet. Archiv

Ein Teil des neuen Döppersbergs ist bereits für Fußgänger geöffnet. Archiv

Martin Bickenbach. Archiv

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Ein Teil des neuen Döppersbergs ist bereits für Fußgänger geöffnet. Archiv

Die Geschäftsbrücke am Döppersberg ist knapp drei Wochen offen – und bietet einen neuen Zugang zur Stadt. Einer, der bisher sauber ist und sauber gehalten wird. Wie lange bleibt das? Wird der Döppersberg bei der Reinigung bevorzugt? Darüber haben wir mit ESW-Geschäftsführer Martin Bickenbach gesprochen.

Herr Bickenbach, was wird das größte Problem bei den neuen Flächen am Döppersberg?

Martin Bickenbach: Kaugummis. Die wollen wir gar nicht lange liegen lassen, bevor sie Flecken auf den Bodenplatten hinterlassen, wenn die dann nachdunkeln. Die sollen gleich entfernt werden, das geht zum Beispiel mit Kältetechnik sehr gut.

Und damit ist das Problem gelöst?

Bickenbach: Nein, es geht um mehr als nur Reinigung oder Ordnungsmaßnahmen. Wir wollen eine Kampagne starten, Jugendliche darauf aufmerksam machen, dass sie die Kaugummis nicht auf den Boden werfen sollen. Dafür wollen wir vor allem andere Jugendliche gewinnen, so wie etwa beim Verein Hardteinander. Und es soll Rückgabemöglichkeiten für Kaugummis geben. Das Ganze soll dann auch über zwei, drei Jahre laufen, als langfristiges Projekt, damit es auch wirkt. Daran arbeiten wir gerade, auch mit anderen Städten, die damit Erfahrungen haben.

Also: Kaugummis weg, alles gut?

Bickenbach: Jedes Kaugummi, das nicht auf dem Boden landet, ist ein gutes. Aber es geht natürlich um mehr. Wir testen gerade neue Reinigungsmaschinen. Sechs oder sieben verschiedene Typen. Eine neue haben wir schon bestellt.

Was steckt dahinter?

Bickenbach: Die Entwicklung auf dem Reinigungsmarkt war unglaublich langsam. Erst jetzt kommen neue Entwicklungen an, die sich an den Bedarfen ausrichten. Die Maschine, die wir jetzt bestellt haben, kommt ohne starken Saugmechanismus aus. So bleibt das Fugenmaterial erhalten und muss nicht immer erneuert werden. Bei anderen müssen wir testen, ob sie die Böden beschädigen, das probieren wir gerade aus.

Bisher haben Sie die Geschäftsbrücke recht sauber halten können. Haben Sie schon ein Konzept, das Sie anwenden?

Bickenbach: Der Döppersberg ist als Eingangstor zur Stadt gerade für Menschen von außerhalb sehr wichtig. Der Eindruck über die Stadt entscheidet sich in Sekunden. Da reinigen wir natürlich von Anfang an intensiv. Es heißt: Wehret den Anfängen. Aber ein Konzept müssen wir erst erarbeiten. 2018 wird unser Testjahr. Wir müssen prüfen, was vom Personal und den Maschinen her machbar ist, wie viele Papierkörbe wir aufstellen können, wie sich die Besucherströme entwickeln. Das hängt alles voneinander ab. Deshalb kann ich noch nicht sagen, wie viele Leute und Maschinen wir in welchen Zeiten einsetzen müssen, das kann ich erst im Sommer oder Herbst 2018.

Werden Sie denn Mitarbeiter abziehen müssen, damit die beim Döppersberg helfen?

Bickenbach: Alles, was ich beschrieben habe, bezieht sich auf die gesamte Innenstadt in Elberfeld und Barmen. Das ist mir wichtig, denn es hängt alles zusammen. Aber wir ziehen woanders nicht gnadenlos Leute ab. Es kann aber sein, dass wir freiwillige Leistungen wie etwa das Entfernen der Wildkräuter zwischen den Bodenplatten reduzieren.

Am Köbo-Haus und am Bahnhof soll bald gearbeitet werden. Haben Sie Sorgen, dass das negative Folgen für die Sauberkeit hat?

Bickenbach: Wo gebaut wird, entsteht Dreck, deshalb muss es dann strenge Auflagen geben, für die wir aber nicht zuständig sind. Aber es stimmt schon: Sauberkeit ist immer auch eine subjektive Sache. Wenn der Pfosten, an dem der Mülleimer hängt, vergammelt ist, hilft auch ein sauberer Mülleimer nicht. Es hängt von vielen Faktoren ab. Aber wir wollen die neue Fläche von Anfang an sauber halten. Und wir müssen bei der ganzen Stadt nachziehen, das muss unser Ziel sein.

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