Die Evangelische Kirche im Rheinland hat einen neuen Präses.

Wahl
Gratulationen und Jubel gab es nach der Wahl für Manfred Rekowski.

Gratulationen und Jubel gab es nach der Wahl für Manfred Rekowski.

Auch Nikolaus Schneider stimmte bei der Landessynode ab...

– und verabschiedete sich.

Thomas Frey, Bild 1 von 3

Gratulationen und Jubel gab es nach der Wahl für Manfred Rekowski.

Wuppertal. Es war eine spannende Abstimmung über das hohe kirchliche Amt: Am Donnerstag wurde die Wahl zum Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EkiR) zwischen zwei Wuppertaler Theologen entschieden – und am Ende setzte sich der langjährige Superintendent und amtierende Oberkirchenrat Manfred Rekowski in einer Stichwahl gegen Vizepräses Petra Bosse-Huber durch.

Rekowski: Erfahrungen durch die Wuppertaler Kirchenfusion

Gute Chancen waren beiden Anwärtern auf das Amt prognostiziert worden. Schon bei der Kandidaten-Vorstellung am vergangenen Mittwoch überzeugten die Wuppertaler sowohl auf theologischer wie politischer Ebene.

Petra Bosse-Huber mit ihrer langen Erfahrung im Landeskirchenamt und ihrer Bekanntheit als Stellvertreterin Schneiders hatte viel Zuspruch für ihr klares Bekenntnis zur Ekir erhalten, ebenso Rekowski für seine deutlich formulierten Ziele zur Überwindung der kircheninternen Krise. Er habe in Wuppertal zwei „als nicht kompatibel“ geltende Kirchenkreise zusammengebracht, sagte Rekowski vor der Wahl, und er wisse daher, wie Kirche unter schwierigen Bedingungen zu gestalten sei.

Ziel: Die Wiederherstellung des Vertrauens

Seine Rolle sei insbesondere die eines Sprechers und Moderators, er sehe seine Aufgabe in der Wiederherstellung des Vertrauens in die rheinische Kirche, die mit Austritten und den Folgen eines Finanzskandals zu kämpfen hat. „Ich spüre das Vertrauen, aber ich spüre auch die Last der Verantwortung“, sagte Rekowski am Donnerstag in einer ersten Stellungnahme. „Doch ich werde mich ihr gerne stellen und freue mich auf die Aufgaben.“ Zu ihnen gehört auch die umstrittene und kostspielige Umstellung des kirchlichen Rechnungswesens, das intern ebenfalls für Unmut gesorgt hatte.

Überraschungsgast der Wahl Oberbürgermeister Peter Jung

Der scheidende Präses Nikolaus Schneider lobte Rekowski am Donnerstag als „hervorragenden neuen Präses“.

211 Stimmberechtigte waren beim ersten Wahlgang anwesend. Die nötigen 106 Stimmen zum Gewinn der Wahl bekam keiner der Kandidierenden. 75 Landessynodale stimmten für Petra Bosse-Huber, 80 für Manfred Rekowski und 54 für die dritte Kandidatin Ellen Ueberschär aus Berlin. Im zweiten Wahlgang gab es 212 Stimmberechtigte. Die nötigen 107 Stimmen erreichte auch beim zweiten Wahlgang niemand. Neben einer Enthaltung fielen 84 Stimmen auf Petra Bosse-Huber, 89 Stimmen auf Manfred Rekowski und 38 auf Ellen Ueberschär.

Im dritten Wahlgang erhielt Manfred Rekowski 116, Petra Bosse-Huber 93 Stimmen.

In der Evangelischen Kirche im Rheinland sind 739  Kirchengemeinden in 38 Kirchenkreisen organisiert. Etwa 2,8 Millionen Gemeindemitglieder gehören zur rheinischen Kirche. Über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen erstreckt sich das Gebiet. Die Landeskirche ist die zweitgrößte der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Mehr Informationen im Netz: www.ekir.de

Zu den Gratulanten gehörte auch Oberbürgermeister Peter Jung (CDU), der der Wahl in Bad Neuenahr einen Überraschungsbesuch abstattete und sich freute: „Ich bin stolz, dass der neue Präses ein Wuppertaler ist – obwohl ich ganz hin- und hergerissen war, weil ich sowohl Manfred Rekowski als auch Petra Bosse-Huber gut kenne und sehr schätze.“

Die Nachfolge Nikolaus Schneiders tritt Rekowski am 3. März an. Der 54 Jahre alte Wuppertaler ist seit 2011 Oberkirchenrat und leitet den Bereich Personal.

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