Im Botanischen Garten auf der Hardt bestimmen die Teilnehmer zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten.

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Ganz zahm: Lisa Pechel mit einem „wandelnden Blatt“, Pina Bönimh mit einem Tausendfüßler und Katharina Walke mit einer Gespensterschrecke (von links). So spannend kann ein Geo-Tag sein.

Ganz zahm: Lisa Pechel mit einem „wandelnden Blatt“, Pina Bönimh mit einem Tausendfüßler und Katharina Walke mit einer Gespensterschrecke (von links). So spannend kann ein Geo-Tag sein.

Andreas Fischer

Ganz zahm: Lisa Pechel mit einem „wandelnden Blatt“, Pina Bönimh mit einem Tausendfüßler und Katharina Walke mit einer Gespensterschrecke (von links). So spannend kann ein Geo-Tag sein.

Wuppertal. So müssten sie aussehen. Vor dem Studenten Seven Gerdowski liegen Karten mit Abbildungen und Beschreibungen heimischer Schmetterlinge, aber lebende Falter flattern nicht vorbei. Dabei ist süße Nahrung ausgelegt: Gärobst in Schalen und Honigwasser unter künstlichen Blüten. "Kalter und langer Winter. Es gibt in diesem Jahr wenig Schmetterlinge", erklärt Sven die Lage.

20 Mini-Scouts am Wuppererufer

"Einen Kohlweißling und einen Admiral haben wir heute gesehen", ergänzt Kommilitonin Marlee Ludwicki. In der Tat eine magere Ausbeute.

Nicht anders verhält es sich mit den zweibeinigen Geschöpfen, zumindest im Botanischen Garten auf der Hardt an diesem "Geo-Tag der Artenvielfalt". "Das ist natürlich keine Veranstaltung wie der Vohwinkeler Flohmarkt", sagt Michael Lutz vom Ressort Umweltschutz. "Aber ein wenig enttäuscht sind wir schon, dass so wenige Menschen Interesse zeigen." Was immer der Grund sein mag, auch Angelika Preisfeld, Naturwissenschaftlerin von der Bergischen Universität, konstatiert eine etwas schlechtere Bilanz als im Vorjahr - kein Wunder, bei diesen sommerlichen Temperaturen.

Unterdessen ist eine Gruppe von etwa 20 Mini-Scouts unterwegs zum Wupperufer, um Tier- und Pflanzenarten zu zählen. Gegen halb vier, als sich in Südafrika die Mannschaften von Uruguay und der Republik Korea warm laufen, haben die Exkursionsteilnehmer bereits 19 Tier- und 89 Pflanzenarten ausfindig gemacht. Zu den erspähten Talbewohnern zählt die Rabenkrähe, aber auch Lasius niger. Dahinter verbirgt sich die wenig spektakuläre Schwarze Wegameise.

Geschöpfe der Nacht sind noch nicht alle erkundet

Weitaus eindrucksvoller würde die Liste der Nachtfalter ausfallen. "Ich mute nicht mal meinen Studierenden zu, sich mit all den Arten vertraut zu machen", sagt Preisfeld. Diese Geschöpfe der Nacht seien noch längst nicht alle erkundet.

Der Geo-Tag der Artenvielfalt, 2010 zum zwölften Mal ausgetragen, ruft deutschlandweit dazu auf, innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele Tier- und Pflanzenarten zu entdecken.

Der Reichtum an Arten und Individuen nährt die Fledermäuse, die auf der Hardt eine Heimat gefunden und auch den Umweltpädagogen und Grünen-Politiker Jörg Liesendahl zum Tag der Artenvielfalt gelockt haben.

Michael Lutz verteilt unterdessen witzige Postkarten mit einem Motiv von Wolf Erlbruch: Fledermäuse beim Knutschen. "Nur um die Fledermausdiskussion mal ein wenig zu entkrampfen", wie er schmunzelnd anmerkt.

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